S3 aktualisiert: 01.12.2008
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Abkürzungen

       
      S1 S Bohem, rodný kraju - Sinfonie
      S2 Sinfonietta - Star of Luhačovice
      S3 Stará baba čarovala - Sýček neodletěl
      S4 Šafárova céra - Šumářovo dítě
       
      Stará bába čarovala > Kinderreime (JW V/17)
       
Was Zahl Jahr Starodávný I
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      > "Rákoš Rákoczy" (JW I/2, Nr. 3)
      > "Walachische Tänze op. 2" (JW VI/4, Nr. 1)
      > "Lachische Tänze" (JW VI/17, Nr. 1)
      > "Volkstänze in Mähren" (JW VIII/10, Nr. 15) siehe "Kyjový", aus dem 2. Teil des Starodavný I
      > "Walachische Tänze" (Ballett) (JW X/20, Nr. 4)
       
      Starodávný II
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      > "Anfang eines Romans" (JW I/3, Nr. 6a)
      > "Lachische Tänze" (JW VI/17, Nr. 4)
      > "Walachische Tänze" (JW X/20, Nr. 8)
       
      Starodávný [III] > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 6)
      Starodávný [IV] > Auf der alten Burg in Hochwald (JW VIII/30)
      Starodávný [V] > Fünf mährische Tänze (JW V/6, Nr. 1) ("Starodávný lašský")
      Starosta Smolik > Volkslied-Arrangements in "Starosta Smolik" (JW V/15)
      Statí z theorie hudby ( Abhandlungen zur Musiktheorie) > Feuilleton I 1884 (JW XV/26)
       
      Stejskalová, Marie (24.09.1873 Jihlava - 1968 Brünn) ['mari-e 'steissggalowaa]
      Haushälterin bei den Janáčeks von 1894 - 1928. Ihre Schilderungen schrieb Marie Trkanová auf, die Vertraute von Zdenka Janáčková (die auch journalistisch tätig war), redigierte und publizierte sie (L 1).
L 1 1959 Trkanová, Marie: U Janáčků podle vyprávění Marie Stejskalové (Bei den Janáčeks, nach der Erzählung von Marie Stejskalová), PANTON Prag 1959, 173 Seiten, tschech
I 1 1959 Foto in: L 1, Seite 129
       
      Stesk > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 35)
      Stójí Jano při potoce, eja hoj! > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 51)
      Stójí šohaj pod náším okénkem > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 19)
       
      Stösslová, Kamila, geb. Neumann (12.09.1891 Putím - 22.06.1935 Písek) ['ggamila 'stösslowaa]
      Freundin von LJ, welche seine letzten zehn Lebensjahre wesentlich mitgeprägt hat. Kamila Stösslová hatte am 05.05.1912 den Antiquitätenhändler David Stössel (1889-1982) geheiratet. Ab 1919 wohnte das Ehepaar in Písek. L.J. lernte sie 1917 in Luhačovice kennen, wo er jeweils die Sommerferien verbrachte. Der erste Brief datiert vom 16. Juli 1917, der letzte vom 25.-26. Juli 1928.
      Die über 700 Briefe von Leoš Janáček sind im Original vollständig publiziert, von Kamila Stösslová liegen 49 Briefe vor, die aber nur auszugsweise publiziert worden sind vgl. L 1 (Es sollen allerdings 299 Briefe von Kamila im Archiv liegen. Genaue Angaben sind kaum zu kriegen, denn es gibt immer noch Bestrebungen, diese Dinge unter Verschluss zu halten). Eine grosse Auswahl der Briefe von Leoš ist von John Tyrrell ins Englische übersetzt worden, vgl. L 3. In deutscher Sprache waren bis vor kurzem nur Bruchstücke aus Dutzenden von Briefen verschiedenenorts zugänglich; erst aber seit Spätherbst 2003 sind eine Reihe von Briefen teilweise vollständig publiziert, vgl. L 4. John Tyrrell zitiert jetzt in seiner grossen Biografie ausgiebig aus diesen Briefen und zeigt auf, wie unterschiedlich J seine Befindlichkeit in Briefen an seine Ehefrau Zdenka und gleichentags an Kamila schildert (L 6)
      In Dutzenden von Briefen wird deutlich, dass diese Frau sehr stark auf den kreativen Prozess von J eingewirkt hat, nicht direkt, sondern indirekt dadurch, dass sie ihm als sehr viel jüngere Frau - sie war 37 Jahre jünger als er - attraktiv erschien und das (unerreichbare) Ziel einer erotischen Vereinigung seine Fantasie ungeheuer stark anregte. Es war eine einseitige Beziehung, die auf der Seite des alternden Künstlers eine geradezu euphorische Stimmung entfachte und kreative Kräfte freilegte, die er sich in der depressiven Phase um seinen sechzigsten Geburtstag herum nicht mehr zugetraut hatte. Alle wesentlichen Werke (ausser den beiden Opern "Jenufa" und "Schicksal" sowie den grossen Chorballaden) sind in den noch folgenden elf Lebensjahren bis zu seinem Tod entstanden: "Kát'a Kabanová", "Das schlaue Füchslein", "Die Sache Makropulos" und "Aus einem Totenhaus", dann die beiden Streichquartette, die beiden Klavierkonzerte "Concertino" und "Capriccio", die "Sinfonietta" und die "Glagolitische Messe" - und nicht zu vergessen der Liedzyklus "Tagebuch eines Verschollenen". Sie war für ihn die Zigeunerin Zefka im "Tagebuch", sie war ihm Kát'a, Elina Makropulos und Aljeja im "Totenhaus"; für sie schrieb er sein zweites Streichquartett "Intime Briefe". Und nur des Wortes wegen wählte er in der Streichquartettbesetzung anstelle der Bratsche die > Viola d'amore
      Kamila war nicht musikalisch, sie interessierte sich auch nicht heftig für seine Musik, sie versäumte es auch ganz bewusst, bei der Uraufführung der "Kát'a Kabanová" in Brünn (23.11.1921) dabei zu sein - "Ihre Musik spannt nur die Nerven, aber das Herz nicht". Damit gab sie ihm immer wieder Signale, dass die Beziehung zu ihr deutliche Grenzen hatte - Grenzen, die ihn bei solchen Situationen schmerzen mussten. Die Zuneigung des Komponisten, dessen Anerkennung sich immer klarer abzeichnete, schmeichelte ihr, nicht zuletzt auch ihrem Ehemann, vor dem sie auch den Briefwechsel nicht verheimlichen musste. Sie hat recht genau darauf geachtet, immer auch Zdenka Janáčková miteinzubeziehen. Direkte Begegnungen waren eher selten, häuften sich aber gegen Ende seines Lebens.
L 1 1990 Přibáňová, Svatava (Hg.): Hádanka života. Dopisy Leoše Janáčka Kamile Stösslové (Rätsel des Lebens. Briefe von Leoš Janáček an Kamila Stösslová) Opus musicum Brünn 1990, 435 Seiten mit 36 Illustrationen und ausführlichem Register
  2 1993 Knaus, Jakob: Janáček als Briefschreiber. Neue Zürcher Zeitung Nr. 94, 24.04.1993
  3 1994 Tyrrell, John (Hg.): Intimate Letters. Leoš Janáček to Kamila Stösslová. faber and faber London und Boston 1994, 397 Seiten mit 37 Illustrationen, Bibliografie und ausführlichem Index. Tyrrell hat eine Auswahl getroffen; da die Nummerierung von Pribáňová (L 1) übernommen wurde, erkennt man die Lücken genau.
  4 2003 Wagnerová, Alena und Šramková, Barbora (Hg.): Smetana - Dvořák - Janáček. Musikerbriefe. Deutsche Verlagsanstalt München 2003, 557 Seiten, davon S. 430 - 508 Briefe an K. Stösslová. In Kombination mit diesem Buch ist eine Doppel-CD produziert worden, mit Briefen von Leoš und Kamila, tschechisch und deutsch, gelesen von Alfred Strejček und Jitka Molavcová (tschechisch) sowie Hanns Zischler und Martina Gedeck (deutsch); auf der zweiten CD sind die beiden Streichquartette, gespielt vom Janáček-Quartett (Neu-Produktion Juli 2003) > TT 1)
  5 2005 Ort, Jiří: Leoš Janáček - der späte Wilde. Liebe und Leben in Opern und Briefen. Bärenreiter 2005, 258 Seiten
  6 2007 Tyrr-Bio 2
I 1 1917 mit Sohn "Ota", Gesicht mit rechter Hand aufgestützt, der einjährige Otto liegt auf dem Tisch, St-Br 12
  2   Faksimile (Ausschnitt) des zweiten Briefes von Leoš an Kamila, 24.7.1917, St-Br, vor Titelblatt
  3   stehend mit Ehemann David Stössel (er trägt einen hellen Hut), St-Br, 23, auch Tyrr-St, Foto 18
  4 1918 sitzend, mit 5-jährigem Sohn Rudolf, der neben ihr steht, St-Br, 39
  5   stehend, vor Zierpflanze in ihrem Haus in Přerov, 14. April 1918, Tyrr-St, Foto 6
  6 1920 stehend mit rechter Hand am Blusenausschnitt, linke Hand auf Hüfte gestützt, St-Br, 15
  7   Porträt, gross, schaut nach links, mit dunklem Kleid (wie I 6) und Halskette, kleine Kunstperlen, Hintergrund mit Strichen im Karree. Deferl 50 
  8 1921 Faksimile einer Zeichnung seines Häuschens in Hukvaldy, im Brief vom 29.12.1921 an Kamila. in: LJ - born in Hukvaldy, Mährisches Museum 1995, S. 66
  9 1924 Faksimile eines 3-seitigen Briefes von Kamila an Leoš, 09.07.1924, St-Br, 117-119
  10 1925 sitzend, zusammen mit Ehemann David Stössel und Ehepaar Janáček, St-Br, 101
  11 1926 stehend, mit Ehemann David Stössel (er trägt einen schwarzen Hut, eine "Melone") mit Hund, St-Br, 241, auch Tyrr-St, Foto 19
  12 1927 sitzend, mit Hut, daneben steht Leoš, in dunklem Anzug, St-Br, 254
  13   sitzend, rechte Hand stützt das Kinn, St-Br, 223 
  14   Porträt, gross, mit Halskette und weisser Bluse, darüber leichte Jacke, St-Br, 421
  15   stehend, mit Hut und Spazierstock, Leoš zur Linken, ebenfalls mit Hut und Spazierstock, auf Wiese, neben Bach, im Hintergrund Kapelle, wo?, Mai 1927; Chron, 115
  16   stehend, mit weisser Schürze und dunklem Hut, am Geländer einer Holzbrücke stehend, in Luhačovice, August 1927, Tyrr-St, 110, Foto 5
  17   stehend, mit hellem Hut, in Luhačovice, August 1927, St-Br, 403
  18   gehend, rechte Hand mit Stock, zusammen mit Ehemann David Stössel, in Luhačovice im August 1927, St-Br, 297
  19   stehend, mit Hut und Spazierstock, mit Janáček zur Linken und ihr Ehemann zur Rechten, in Luhačovice August 1927, Tyrr-St, Foto 9
  20   stehend, mit Hut und Spazierstock, mit Leoš zur Linken, in weissem Anzug und Schirmmütze, in Luhačovice August 1927, Tyrr-St, Foto 10
  21   stehend, mit hellem Hut und Blumenstrauss, Leoš zur Linken, mit Anzug und Mantel am Arm, ihr Ehemann David Stössel zur Rechten, in Luhačovice August 1927, in: Saremba, Meinhard - LJ, Bärenreiter 2001, S. 251
  22   Faksimile eines 3-seitigen Briefes von Leoš an Kamila, 21.05.1927, St-Br, 213-215
  23   Faksimile eines mehrteiligen Briefes, worin Leoš das Spielen eines Liedes am Klavier erklärt, 16.11.1927, St-Br, 251
  24 1928 Faksimile einer Briefseite von Leoš an Kamila, mit einer Skizze seines Häuschens in Hukvaldy, 06.02.1928, St-Br, 298
  25   Faksimile einer Briefseite mit Blumenstrauss mit der Widmung des KlA von Kát'a Kabanová, 12.02.1928, St-Br, 324
  26   Faksimile eines Briefausschnittes von Leoš an Kamila, 03.04.1928, St-Br, 337
  27   stehend, mit Hut, mit Ehemann David Stössl, Leoš Janáček (mit Hut und Mantel) und Dr. Vlastimil Blažek, auf Weg bei der Bertramka, Prag, 07.04.1928, St-Br, 351, dazu Faksimile der Karte mit Text, St-Br, 355 und St-Br, 422
  28   Faksimie eines Briefausschnittes von Leoš an Kamila, mit einer Sprechmelodie, 13.4.1928, St-Br, 344
  29   Faksimile des Albums für Kamila Stösslová, publ 1996, Mährisches Museum Brünn 1996
  30   Foto der Röntgen-Aufnahme von Js Hand mit Kamilas Ring am Finger, in: Album für Kamila Stösslová, Mährisches Museum Brünn 1996, S. 80
TT 1 2003 Briefe von Leoš und Kamila, tschechisch und deutsch, gelesen von Alfred Strejček und Jitka Molavcová (tschechisch) sowie Hanns Zischler und Martina Gedeck (deutsch); + Streichquartette 1+2, gespielt vom Janáček-Quartett (Neu-Produktion Juli 2003). TELOS TLS 068 (Telos-Music-Records); vgl oben L 4)
    2008 gleiche Aufnahmen, aber nur tschechische Lesung, bei CLARTON CQ 0081, publ 2008
       
       
      Straková, Theodora, geb. 1915
      mährische Musikwissenschafterin in Brünn, die bei Vladimír Helfert und Jan Racek studierte und wesentliche Impulse für die J-Forschung gegeben hat; vor allem als Bindeglied zwischen der älteren und der jüngeren Forschergeneration. Zahlreiche Publikationen dokumentieren ihre intensive Arbeit. Sie hat als erste umfangreich über die Oper "Schicksal" (Osud, JW I/5) geschrieben (L 2). Vor allem der kleine Reclam-Band "Musik des Lebens" (L 8) hat grosse Verbreitung erfahren.
L 1 1955 Straková, Theodora: Janáčkovy operní náměty a torsa (Js Opernthemen und Fragmente) Musikologie 1955, 417-449
  2 1956 Straková, Theodora: Janáčkova opera Osud (J.s Oper Schicksal), in CMM, 1956, 209-260 und CMM 1957, 133-164
  3 1957 Straková, Theodora (hrg): František Bartoš a Leoš Janáček: vzájemná korespondence. (Fr.B. und LJ: gegenseitige Korrespondenz) tschech, Gottvaldov 1957
  4 1958 Straková, Theodora: Setkání Leoše Janáčka s Gabrielou Preissovou (Die Begegnung von LJ und Gabriela Preissová) in; CMM 1958, 145-163
  5 1959 Straková, Theodora: Neznamé nástrojové skladby Leoše Janáčka (Js unbekannte Instrumentalwerke) in: CMM 1959, 163-78
  6 1964 Straková, Theodora: Mezihry v Kátii Kabanově (Die Zwischenspiele in Kát'a Kabanová) in: CMM 1964, 229-36, dt Ue in acta janáčkjana I, Brno 1968; auch in LJG-Mat, 39-49
  7 1974 Straková, Theodora: Janáčkova opera "Její pastorkyňa", in: CMM, LIX 1974, 119-132, tschech, mit dt Zusammenfassung
  8 1979 Janáček, Leoš: Musik des Lebens. Skizzen, Feuilletons, Studien. Aus dem Tschech übersetzt von Jan Gruna, hrg von Theodora Straková, mit einer Studie von Jan Racek "Janáček, der Schriftsteller", Reclam Leipzig 1979
  9 1980 Straková, Theodora: Janáčkovy opery Šárka, Počatek románu, Osud a hudebně-dramatická torza (Js Opern Šárka, Počatek románu, Osud und musikdramatische Torsi) in: CMM LXV 1980, 149-158, tschech mit dt. Zusammenfassung
  10 1988 Straková, Theodora (hrg): Leoš Janáček: Pohled do života a díla (LJ: Sicht auf Leben und Werk) 1924 von Adolf Veselý hrg als Autobiografie von LJ, mit Anm versehen von Th. Straková, in: opmus 1988, 225-247
I 1 1980 Porträtfoto, in: obraz 68
       
      Strasse (Silnice)
      > "Rákoš Rákoczy" (JW I/2)
      > "Mährische Tänze" (JW VI/7)
      > "Hanakische Tänze" (JW VI/8)
      > "Volkstänze in Mähren" (JW VIII/10)
       
      Strassenbild vom 1.X.1905 > Sonate 1.X.1905 (JW VIII/19)
       
      Strauss, Richard (11.06.1864 München - 08.09.1949 Garmisch)
      dt Komponist, dessen drei Opern "Salome" (1905), "Elektra" (1909) und "Der Rosenkavalier" (1911) J genauer studiert hat. Die "Salome" hatte er am 21.05.1906 in Prag gehört: Sie machte auf mich einen unbeschreiblichen Eindruck. (Immerhin hat J bei dieser Gelegenheit seine betont antideutsche Haltung aufgegeben, als er die Aufführung im Deutschen Theater in Prag besuchte - Tyrr-Bio 1, 763 - > Patriotismus). "Elektra" hat er vier Jahre später, am 14.05.1910, ebenfalls in Prag gehört und bezeichnete sie als "....wahnsinnige Musik....". In seinen theoretischen Werken hat er mehrere Beispiele aus Werken von Richard Strauss verwendet, aus "Salome", "Sinfonia domestica", "Ein Heldenleben". Einige Passagen aus "Elektra" hat er ausgiebig analysiert (L 1). Anhand schriftlicher Notizen muss er die Mägdeszene und den Klytämnestra-Monolog genau untersucht haben. Neben die Akkordballung in der Erkennungsszene Elektra-Orest setzt J ein grosses Ausrufezeichen. Hingegen schrieb er an den Rand des G-Dur-Duetts von Sophie und Octavian (Schluss 3. Akt) ein "Pfui!" - ihm war wohl diese stilisierte Naivität in Mozartschem Geist ein Verrat am Volkslied.
      Strauss hatte am 15.10.1917 eine Aufführung der "Jenufa" im Nationaltheater Prag gesehen. Im Brief an Karel Kovařovic, der bei der Anwesenheit von Strauss in Prag dafür gesorgt hatte, dass "Jenufa" auf dem Spielplan war, schrieb J: Tausendfachen Dank für die Aufführung vor Richard Strauss! Wissen Sie, es hätte ja auch ein schmerzlicher Dolchstich sein können! Nu, es ist gut ausgefallen....An den Direktor des Theaters, Gustav Schmoranz, schrieb J: Auf dem Bahnhof kam ich vor der Abfahrt noch mit Richard Strauss zusammen. Am meisten hat ihm der dramatische Ausdruck des III. Aufzuges gefallen. Ich habe recht gut herausgefühlt, dass es für viele und aber viele Prager Musiker des Urteils von R. Strauss bedurfte. Ich fürchtete es, das will ich nicht leugnen: seine Schärfe hätte auch tödlich sein können.
      J muss sich vom "Rosenkavalier" insofern beeinflusst haben lassen, als er den Walzer ebenso stilfremd und ausgiebig in seiner zweiteiligen Oper "Die Ausflüge des Herrn Brouček auf den Mond und ins 15. Jahrhundert" (JW I/6) eingesetzt hat, wie es Strauss im Wien von 1750 getan hatte. J hatte im April 1913 die zwei ersten Bilder des ersten Teils (mit dem Walzer) fertiggestellt, die übrigen Teile wurden erst 1917 fertig. J hat sowohl in Szenen mit der Prager Altstadt als auch in solchen auf dem Mond Walzer verwendet.
L 1 1906 Interview mit Janáček (Interview s Janáčkem). In: Dalibor 25.05.1906; über "Salome" von R. Strauss; Feuilleton (JW IV/182)
  2 1907 Janáček, Leoš: Moderne harmonische Musik (Moderní harmonická hudba). In: Hlídka 1907, S. 6-14, auch in Theorie II, 7-14, mit Beispielen von R. Strauss und M. Reger; Feuilleton (JW XV/190)
  3 1925 Brod, 23. Brod erwähnt eine Passage im KlA, Seite 26-27
  4 1972 Knaus, Jakob: Leoš Janáček und Richard Strauss. In: NZ für Neue Musik, 3/1972, S. 128-130
  5 2007 Vejvodová, Veronika: Leoš Janáček a Richard Strauss (Leoš Janáček und Richard Strauss). In: opmus 2007
       
      Stravinsky, Igor (05.06.1882 Oranienbaum bei St. Petersburg - 06.04.1971 New York)
      Russischer Komponist, lebte ab 1914 in der Schweiz, ab 1920 in Frankreich und ab 1939 in den USA. Zu J hat sich kein Kontakt ergeben. Im September 1959 schickte ihm ein Mister Wood aus Lund (Schweden) eine Aufnahme von Js "Kinderreimen" (JW V/17) zu: You have never mentioned Janacek, but I think you must respect him. L 2) J lernte am Salzburger IGNM-Festival 1923 zwei Stravinsky-Werke kennen: "Trois pièces" und das "Concertino für Streichquartett". 1926 kaufte sich J die Partitur des "Sacre du printemps" (Chron, 126)
L 1 1958 Racek, Jan: J und seine Bedeutung in der Tschechischen und Weltmusik-Kultur. In: Koll58, 68ff
  2 1979 Stravinsky, Vera and Craft, Robert (hrg): Stravinsky in pictures and documents. London 1979, S. 144, 162
  3 1990 JGA E/6, "Die Jugend", XII - XIV, Vorwort von Svatava Přibáňová
       
      Streichersuite > Suite für Streicher (JW VI/2)
       
      Streichquartett (1880) (Smyčcovy kvartet) ['smiitschtsowi 'ggwartet] (String Quartet) (JW X/18)
K   1880 Wien
A     nicht vorhanden
      Das Werk ist einzig in mehreren Briefen an Zdenka erwähnt (vgl. L). Er wollte es für den jährlichen Wettbewerb des Konservatoriums komponieren.
L   1880 Zd-Br, 217, 233, 238, 241, 242
       
      Streichquartett Nr. 1 (I. Smyčcovy kvartet) ['smiitschtsowi 'ggwartet] (String Quartet) (JW VII/8)
      aus Anlass von Tolstojs 'Kreutzersonate'
K   1923 vor dem 28.10., bis zum 07.11.
A 1   Skizzen, nicht dat, JA A 49.312, A 52.718
  2 1923 dat 28., 30.10. und 07.11. JA A 7443
M 1   P, Kopie von Václav Sedláček, autorisiert, dat 30.10. und 07.11. JA A 52.970
  2   Stimmen, nicht vollständig, Kopie von Václav Sedláček, undat
  3   Vc-Stimme, Kopie von Václav Sedláček, nicht dat JA A 52.719
  4   Kopie nach M 1 von Josef Kohout, dat 26.09.1924
ED 1 1925 TP, HM Prag HM 340, ediert von Josef > Suk, dem Komponisten und 2. Geiger im Tschechischen Quartett (siehe Škampa, ED) + Stimmen HM 346
  2 1945 TP, HM Prag HM 340, ediert von Otakar Šourek
  3 1948 Stimmen, HM Prag HM 346, ediert von Otakar Šourek
  4 1953 Stimmen, SNKLHU Prag, H 4343, ediert von Otakar Šourek
  5 1960 TP, SNKLHU Prag, H 3184, Vorwort von Robert Smetana
  6 1966 Stimmen, SHV Prag, Reprint von ED 4
  7 1975 P + Stimmen, EdS 1975, H 5591, ediert und Vorwort von Milan Škampa
  8 1979 TP, Philharmonia Wien W.Ph.V 486, Vorwort von Robert Smetana
  9 1982 P, EdS, Reprint von ED 7; Reprint der Stimmen von ED 7 erst 1983 und 1988
  10 1990 Stimmen, Masters Music Publications Inc. Florida 1990 M 1152, ediert von Milan Škampa, identisch mit ED 7
  11 2000 JGA/E3 Editio Bärenreiter Prag H 7775, hrg von Leoš Faltus und Miloš Štědroň, Vorwort von Miloš Štědroň; + Stimmen (Beilage)
  12 2007 TP + Stimmen, Bärenreiter Urtext, TP 520 + BA 9520, hrg von Leoš Faltus und Miloš Štědroň, Vorwort von Miloš Štědroň, erweiterte Fassung von ED 11
W     Dem Tschechischen Quartett
D     17 min, 1. Satz: 4 min, 164 Takte, 2. Satz: 4 min, 236 Takte, 3. Satz: 3 min 50 sec, 103 Takte, 4. Satz: 5 min, 189 Takte
UA   1924 17.10., Prag, Mozarteum; Tschechisches Quartett: Karel Hoffmann, Josef Suk, Jiří Herold, Ladislav Zelenka; Konzert der Gesellschaft für moderne Musik; J war anwesend
WA 1   20.10., Prag, Smetana-Saal, Tschechisches Quartett
  2   13.12., Brünn, Tschechisches Quartett
  3 1925 04.09., Venedig, IGNM-Festival; Tschechoslowakisches Quartett: Richard Zika, Herbert Berger, Ladislav Černý, Ladislav Zika; J war anwesend
  4 1926 06.05., London, Wigmore Hall, Woodhouse String Quartet; J war anwesend, aber überhaupt nicht zufrieden mit der Wiedergabe; er beschrieb dies im Feuilleton "Meer, Land" (JW XV 285).
  5   08.12., Berlin, Singakademie, Waghalter Quartett
TT 1 1941 Ondříček-Quartett, POLYDOR P, ESTA P, ULTRAPHON P, SUP P
  2 1953 Janáček-Quartett (1), SUP LP m
  3 1955 Smetana-Quartett (1), SUP LP m
  4 1961 Novák-Quartett, ETERNA LP m, BERLIN CLASSICS CD publ 1997
  5 1963 Janáček-Quartett (2), SUP LP m, LP st, CD publ 2000
  6 1965 Smetana-Quartett (2), EMI LP st, TESTAMENT CD publ 1996
  7 1969 Vlach-Quartett, PANTON LP st, CD publ 1990, 1996
  8 1971 Austrian String Quartet, TURNABOUT LP st
  9 1975 Smetana-Quartett (3), BBC CD publ 2006
  10 1976 Smetana-Quartett (4), SUP LP st, CD publ 1985, 1995; 3. Satz in > Film "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins"
  11 1977 Gabrieli Quartet, DECCA LP st, CD publ 1991
  12   Kreuzberger Streichquartett, TELEFUNKEN LP st
  13   Doležal Quartett (1), PANTON LP st
  14   Sydney String Quartet, CHERRIE PIE LP st
  15 1979 Medici String Quartet (1), HMV LP st, EMI LP st
  16   Smetana-Quartett (5) revidierte Fassung, SUP LP st, CD publ 1986
  17 1980 Travníček-Quartett (1), OPUS LP st
  18 1981 ? Alard Quartet, GOLDEN CREST LP st
  19 1984 Doležal-Quartett (2), STEFANOTIS LP st, ACCORD CD
  20   Kyncl Quartett, PANTON LP st
  21   Travníček-Quartett (2), OPUS LP st dig, CD
  22   Hagen Quartett (1), ECM CD, DGG LP st CD publ 1992
  23 1985 The New World String Quartet, MUSICAL HERITAGE SOCIETY LP st, CD
  24   Talich Quartett (1), CALLIOPE, LP st, CD
  25 1988 Medici String Quartet (2), NIMBUS CD
  26   Stamitz-Quartett, CADENZA CD, BAYER RECORDS CD, BRILLANT CD publ 2004
  27   Hagen-Quartett (3), neue Besetzung, DGG CD
  28 1989 Talich-Quartett (2), SUP CD
  29 1990 Pražák Quartett, BONTON CD
  30 1991 Melos-Quartett, HARMONIA MUNDI FRANCE CD
  31   Škampa-Quartett, LEGEND CD
  32   Lindsay String Quartet, ASV CD
  33 1992 Raphael Quartet, GLOBE CD1993
  34   Quatuor Manfred, PIERRE VERANY CD
  35   Doležal-Quartett (3)
  36   Vanbrugh Quartet, COLLINS CD
  37   Janáček-Quartett (3), AMABILE CD
  38   Britten Quartet, EMI CD
  39   Wallinger-Quartett (Brünn), MUSICA CD
  40   Kubin-Quartett, RS CD
  41 1993 Vogler Quartett, RCA CD
  42   Alban Berg Quartett, EMI CD + EMI CD publ 2008
  43 1994 Endress Quartet, POINT CLASSICS CD, THE CLASSICAL COLLECTION CD publ 2001
  44   Tokyo String Quartet, RCA CD
  45   Alexander String Quartet, ARTE NOVA CD
  46 1995 Juilliard String Quartet (2), SONY CD
  47   Panocha Quartett, SUP CD
  48   Trávníček-Quartett Banská Bystrica (keine Angaben zur Besetzung), DISCOVER CD
  49   Vlach-Quartett Prag (gegründet 1982), NAXOS CD
  50   Apollon Quartet, EMPIRE ART AGENCY CD
  51 1996 Wihan-Quartett, MATOUŠ CD
  52   Guarneri Quartet, PHILIPS CD
  53   New Helsinki Quartet, FINLANDIA CD
  54 1997 Pražák Quartett (2), PRAGA CD
  55 1998 Janáček-Quartett (neue Besetzung) (4), CESKY ROZHLAS CD
  56   Martinů-Quartet, ARCO DIVA CD
  57 2000 Orpheus Quartet, EMERGO CD
  58   Spiegel String Quartet (Belgien), S CD
  59 2001 Škampa-Quartett, SUP CD
  60   Quatuor Belcea, ZIG ZAG CD
  61 2002 Hába-Quartett, ZUK RECORDS CD
  62 2003 Penguin Quartett (Prag), BELTECH CD
  63   Janáček-Quartett, neue Besetzung (5), TELOS MUSIC CD mit Brieftexten > Stösslová TT
  64   Janáček-Quartett (6), JK CD
  65 2005 Stamitz-Quartett, KJ CD
  66 2006 Brodsky Quartet, BRODSKY CD
  67   Pavel Haas Quartet, SUP CD
  68   Schoenberg Quartet, CHANDOS CD
  69 2007 Dante String Quartet, MERIDIAN CD
  70   Bennewitz-Quartett, COVIELLO CD
  71 2008 Quatuor Diotima, ALPHA CD
  72   Leipziger Streichquartett, MD+G CD
VID 1 1987 Hagen Quartett, Produktion ORF, DGG VIDEO VHS publ 1992
       
      Orchestrierte Fassung von Richard Tognetti (1991)
TT 1 1991 Australian Chamber Orchestra; Richard Tognetti; SONY CD
  2 2000 Australian Chamber Orchestra; Richard Tognetti; CHANDOS CD
       
I 1   Autograph, Titelblatt, Faks in: ED 8
  2   Autograph, 1. Seite, Faks; obraz 39
  3   Tschechisches Quartett, Foto vom 17.10.1924 in Prag; obraz 39
       
      Die Entstehung dieses (eigentlich zweiten) Streichquartetts hat eine lange Vorgeschichte: Schon in den Jahren 1908-09 hat J ein > Klaviertrio (JW X/22) komponiert, das auf der Novelle von Leo Tolstoj basierte. Dann liess er es aus irgendwelchen Gründen liegen und kam erst nach etwa 15 Jahren wieder darauf zurück: Aus einigen Gedanken von dort enstand das Quartett. Anscheinend war er dem Thema der Ehetragödie verhaftet - er hatte eine solche eben in der Oper > "Kát'a Kabanová" (JW I/8) gestaltet, die auch auf einen russischen Stoff zurückging. Kát'as Liebe ging einen anderen Weg, war aber doch eine grosse, schöne Liebe...(St-Br 97, Brief vom 25. 02.1922).
      Milan Škampa ist der Meinung, dass wir aus der Musik seines Quartetts die hauptsächlichen Umrisse der Handlung geradezu heraushören, die Verknüpfung der Handlung verfolgen, ja sogar das Mass der ideellen Abkehr Janáčeks von Tolstojs Auffassung dokumentieren können. J konzipierte sein Quartett als ein einheitlich geschlossenes psychologisches Drama. Škampa hat zu allen vier Sätzen genauere Angaben mit Taktzahlen gemacht. > L 5)
      Js Notizen und Anstreichungen in der Buchausgabe der "Kreutzersonate", die Mirijam Streibl ausgewertet hat (L 9), legen den Schluss nahe, dass nicht die Eifersucht, wie vielfach behauptet, sondern das Eheleben und die Macht der Musik Js Aufmerksamkeit gefunden haben. Es könne auch weder von einem programmmusikalischen Werk noch von rein abstrakter Musik gesprochen werden; es gelte, laut Streibl, zwischen den beiden Extremen Erkenntnisse anhand des Materials zu gewinnen und damit einen neuen Standpunkt zu finden.
      Das Werk folgt, obwohl konventionell 4-sätzig, nicht den Regeln der Gattungstradition; es bildet sich seine Form selbst aus der Aneinanderreihung von kaleidoskopartig veränderten Motiven oder Motivpartikeln.
     
Dietmar Holland (L 7) zeigt zwar, wie eine Art Sonatenform nachweisbar wäre, räumt aber ein, dass die konsequente Monothematik dagegen steht: Alle motivischen Details sind rückbezogen auf die ersten beiden Takte. strquartett1a klicken zum anhoeren
      Die 2-taktige Figur im Cello ist kein "zweites Thema", sondern eine Kontrastfigur und wird in allen Stimmen als 8-taktiges Quasi-Ostinato (mit kleinen Veränderungen des ersten Taktes in vier verschiedenen Varianten) eingesetzt:
      strquartett1bklicken zum anhoeren
      strquartett1c klicken zum anhoeren
L 1 1968 Stědroň, Miloš: LJ und die zweite Wiener Schule. In: acta janáčkjana I, Brünn 1968, 55-59
  2 1970 Gerlach, Reinhard: Les quatuors à cordes de L J. In: Koll68, Brünn 1970, 181-197
  3 1971 Gerlach, Reinhard: LJ und die Erste und Zweite Wiener Schule - ein Beitrag zur Stilkritik seines instrumentalen Spätwerks. In: Musikforschung 24, 1971, 19-34
  4   Kaderavek, Milan Robert: Stilistic Aspects of the late Chamber Music of LJ. An analytic Study. Dissertation. Univ. of Illinois, publ. Ann Arbor Michigan 1971
  5 1973 Škampa, Milan: Vorwort zu ED 7)
  6 1979 Schnebel, Dieter: Das späte Neue - Versuch über Js Werke von 1918-1928, In: MusKon 75-90
  7   Holland, Dietmar: Kompositionsbegriff und Motivtechnik in Janáčeks Streichquartetten. In: MusKon 67-74
  8 1990 St-Br diverse Belegstellen
  9 2004 Streibl, Mirijam D.: Die Macht der Inspiration. „Die Kreutzersonate“ von L. N. Tolstoj als Schlüssel zu Leoš Janáčeks 1. Streichquartett - war während eines Jahres auf der Janáček-Hompe-Page "Texte" publiziert und liegt in der Sammlung Knaus. Sie schreibt an ihrer Dissertation über das gleiche Thema.
  10   Wiese, Walter: Tschechische Kammermusik: Smetana - Dvořák - Janáček. Amadeus-Verlag Winterthur 2004, 292 Seiten, besonders 247-255
      Stichwort in Arbeit
       
      Streichquartett Nr. 2 (II. Smyčcovy kvartet) ['smiitschtsowi 'ggwartet] (String Quartet) (JW VII/13)
      "Intime Briefe" (Listy důvěrné) ['listi 'duuwjernee] - (zur Titelgebung siehe unten)
K   1928 29.01. - 19.02.1928, Datum auf den Skizzen
A 1   Skizzen, dat, aus dem Nachlass von Osvald Chlubna, JA A 33.809
  2   P, dat 19.02. 1928, JA A 23.515
M 1 1928 Stimmen, Kopie, dat 13.03.1928, HM Archiv
  2 1928 P, Kopie von Jaroslav Kulhánek, dat 13.07.1928, HM Archiv
  3   P, Kopie von Jaroslav Kulhánek, nicht dat, Archiv UE Wien
ED 1 1938 TP + Stimmen, HM Prag HM 726 + 729, ediert von František Kudláček und Otakar Nebuška
  2 1949 TP, HM Prag HM 726, ediert und Vorwort von Otakar Šourek, tschech, "Sbírka kapesních partitur 40" (Taschenpartitur-Sammlung Nr. 40)
  3 1966 TP, SHV Prag H 4261, rev František Kudláček, Vorwort von Jaroslav Ruis, tschech, russ, dt, engl
  4 1981 TP, Philharmonia Wien, W.Ph.V. 487, Vorwort von Otakar Šourek dt, engl, frz
  5 1990 Stimmen, Masters Music Publications Inc. Florida 1990, M 1153
W     Frau Kamila Neumannová-Stösslová gewidmet
D     25 min; 1. Satz: 6 min, 300 Takte, 2. Satz: 6 min 218 Takte, 3. Satz: 6 min, 150 Takte, 4. Satz: 7 min, 324 Takte
UA 1 1928 18.05,, Brünn, in Js Haus bei der Orgelschule, Mährisches Quartett: František Kudláček, Josef Jedlička, Josef Trkan (Vla und Vla d'amore), Josef Křenek, Vc; Privataufführung bei J
  2   25.05.,, Brünn, in Js Haus - Privataufführung
  3   27.06.1928, Brünn, in Js Haus - Privataufführung
  4   07.09.1928, Brünn, Besední dům, Mährisches Quartett, mit Publikum; Konzert im Rahmen der Ausstellung von zeitgenössischer Kultur in Brünn, nach Js Tod (12.08.)
WA 1 1928 01.10.1928, Písek, Mährisches Quartett
TT 1 1943 Černý Quartett, ULTRAPHON P, SUP P
  2 1955 Janáček Quartett (1), SUP LP m
  3   Smetana-Quartett (1), SUP LP m
  4 1961 Novák-Quartett, ETERNA LP m, BERLIN CLASSICS CD publ 1997
  5 1962 Janáček Quartett (2), MULTISONIC CD publ 1995
  6 1963 Janáček-Quartett (3), SUP LP m, LP st, CD publ 2000
  7 1965 Smetana-Quartett (2), EMI LP st, TESTAMENT CD publ 1996
  8 1969 Vlach-Quartett, PANTON LP st, CD publ 1990, 1996
  9 1971 Austrian String Quartet, TURNABOUT LP st
  10 1972 Melos Quartett (1), INTERCORD LP st, CD publ 1988
  11 1974 Dornbusch-Quartett, DA CAMERA MAGNA LP st
  12 1976 Smetana-Quartett (3), SUP LP st, CD publ 1985; 4. Satz in > Film "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins"
  13 1977 Gabrieli Quartet, DECCA LP st, CD publ 1991
  14   Kreuzberger Streichquartett, TELEFUNKEN LP st
  15 1979 Juilliard Quartet (1), CBS LP st
  16   Medici String Quartet (1), HMV LP st, EMI LP st
  17   Smetana-Quartett (4), revidierte Fassung, SUP LP st, CD publ 1986
  18 1980 Trávníček-Quartett (1), OPUS LP st
  19 1981 Pražák-Quartett (1), SUP LP st
  20 1982 Kubín Quartett (1), PANTON LP st
  21 1984 Doležal-Quartett (1), STEFANOTIS, LP st
  22   Trávníček-Quartett (2), OPUS LP st dig, CD
  23 1985 Enesco Quartett, FORLANE CD
  24   Smetana-Quartett (5), SUP CD publ 1995
  25   The New World String Quartet, MUSICAL HERITAGE SOCIETY LP st, CD
  26   Talich Quartett (1), CALLIOPE LP st, CD
  27 1987 Medici String Quartet (2), NIMBUS CD 1988 + 1994
  28 1988 Stamitz Quartett, CADENZA CD, BAYER RECORDS CD, BRILLANT CD publ 2004
  29   Hagen-Quartett, DGG CD
  30 1989 Juilliard String Quartet (2), SONY CD publ 1996
  31   Talich Quartett (2), SUP CD
  32   Petersen Quartett (1), CAPRICCIO CD publ 1994
  33 1990 Pražák Quartett (2), BONTON CD
  34 1991 Janáček-Quartett (4), PRONTO CD
  35   Melos-Quartett (2), HARMONIA MUNDI FRANCE CD
  36   Wihan Quartett (1), LUPULUS CD
  37   Lindsay String Quartet, ASV CD, PLATINUM CD publ 2005
  38   Neues Vlach-Quartett (Nové Vlachovo Kvarteto), BOHEMIA MUSICA CD
  39 1992 Quatuor Manfred, PIERRE VERANY CD
  40   Doležal-Quartett (2), ARTA RECORDS Prag, CD
  41   Vanbrugh Quartet, COLLINS CD
  42   Britten Quartet, EMI CD
  43   Wallinger-Quartett (Brünn), MUSICA CD
  44   Raphael Quartet, GLOBE CD
  45   Sedláček Quartett, PANTON CD
  46   New Bochman Quartet, IMP CD 
  47 1993 Janáček-Quartett (5), AMABILE CD
  48   Rosamunde Quartett (München), CYP CD
  49 1994 Alban Berg Quartett, EMI CD + EMI CD publ 2008
  50   Tokyo String Quartet, RCA CD
  51 1995 Panocha Quartett, SUP CD
  52   Trávníček-Quartett Banska Bystrica (keine Angaben zur Besetzung) DISCOVER CD
  53   Vlach-Quartett Prag (gegründet 1982), NAXOS CD
  54 1996 Wihan-Quartett (2), MATOUŠ CD
  55   Guarneri Quartet, PHILIPS CD
  56   New Helsinki Quartet, FINLANDIA CD
  57   Petersen Quartet (2), EDITION ABSEITS CD
  58 1997 Pražák Quartett (2), PRAGA CD
  59   Kubín Quartett (2) (mit Viola d'amore), SUP CD "Janáček unknown")
  60 1998 Casal Quartett, BAYER RECORDS CD
  61   Janáček-Quartett (neue Besetzung) (6) CESKY ROZHLAS CD
  62   Martinů Quartet (keine Angaben zur Besetzung), ARCO DIVA CD
  63 1999 Amati-Quartett, K&K-VERLAGSANSTALT, CD
  64 2000 Avalon String Quartet, CHANNEL CD
  65   Orpheus Quartet, EMERGO CD
  66 2001 Škampa Quartett, SUP CD
  67   Quatuor Belcea, ZIG ZAG CD
  68 2003 Janáček Quartett (7), TELOS CD Aufnahme 7/2003 mit Brieftexten > Stösslová TT
  69   Janáček Quartett (8), JK CD Aufnahme 12/2003
  70 2004 Artemis Quartet, VIRGIN CD
  71 2005 Heine-Quartett, GENUIN CD
  72 2006 Schoenberg Quartet, CHANDOS CD
  73   Brodsky Quartet, BRODSKY CD
  74   Pacifica Quartet, CEDILLE CD
  75 2007 Dante String Quartet, MERIDIAN CD
  76   Bennewitz-Quartett, COVIELLO CD
  77 2008 Quatuor Diotima + Garth Knox, Viola d'amore; ALPHA CD
  78   Leipziger Streichquartett, MD+G CD
      Produktion mit Viola d'amore:
TT 1 1998 John Anthony Calabrese, Viola d'amore + Mitglieder des Kubín-Quartetts; SUP CD "Janáček unknown IV"; aufgenommen in Hukvaldy 6/1997
  2 2008 Garth Knox, Viola d'amore + Quatuor Diotima; ALPHA CD
       
      Produktion als Ballett:
DVD 1 1986 "Intimate Pages" - Rambert Dance Company, Christopher Bruce, ARTHAUS MUSIK 100 284 (+ Bill Withers, Folksongs), publ ca 2000; ARTHAUS MUSIK 100 285 (+ Bill Withers), publ 2006 - Musik: Janáček-Quartett
       
L 1 1953 Brod-Br 236-237
  23 1958 Štědroň, Bohumír: K inspiraci Janáčkovych Listů důvěrných (Über die Inspirationsquelle von Janáčeks "Intimen Briefen") In: Koll58, 313-15
  4 1966 Hollander, Hans: Die thematischen Metamorphosen in Janáčeks zweitem Streichquartett. In: Neue Zeitschrift für Musik, 3/1966, 95-98
  5 1968 Stědroň, Miloš: LJ und die zweite Wiener Schule. In: acta janáčkjana I, Brünn 1968, 55-59
  6 1970 Gerlach, Reinhard: Les quatuors à cordes de L J. In: Koll68, Brünn 1970, 181-197
  7 1971 Gerlach, Reinhard: LJ und die Erste und Zweite Wiener Schule - ein Beitrag zur Stilkritik seines instrumentalen Spätwerks. In: Musikforschung 24, 1971, 19-34
  8   Kaderavek, Milan Robert: Stilistic Aspects of the late Chamber Music of LJ. An analytic Study. Dissertation. Univ. of Illinois, publ. Ann Arbor Michigan 1971
  9 1979 Schnebel, Dieter: Das späte Neue - Versuch über Js Werke von 1918-1928, MusKon 75-90
  10 1980 Škampa, Milan: Die Schlüsselquelle zur kritischen Ausgabe des Zweiten Streichquartetts "Intime Briefe" von LJ. Separatdruck Sammlung Knaus
  11 1988 Volek, Jaroslav: Die volkstümlichen Wurzeln der melorhythmischen Strukturen im reifen Werk von LJ. In: acta janáčkjana III, Brünn 1988, 11-28
  12 1990 St-Br 306 + diverse Belegstellen
  13 2004 Wiese, Walter: Tschechische Kammermusik: Smetana - Dvořák - Janáček. Amadeus-Verlag Winterthur 2004, 292 Seiten, besonders 247-255
  14 2007 Tyrr-Bio 2, 264-265, 816-850
I 1   Faksimile Titelblatt, in ED 4)
      Über den Titel hat sich J auch mit Max Brod besprochen; die ursprüngliche Bezeichnung "Listy milostné" (Liebesbriefe) hat er fallengelassen, um nicht seine Gefühle Dummköpfen preiszugeben, wie er an Kamila Stösslová schrieb (St-Br 306, 20.02.1928). Der definitive Titel "Listy důvěrné" bedeutet "Vertrauliche Blätter" oder eben "Intime Briefe": Jetzt habe ich begonnen, etwas Schönes zu schreiben. Unser Leben wird darin enthalten sein. Es soll 'Liebesbriefe' heissen. Ich glaube, es wird herrlich klingen. Wieviele liebe Erlebnisse wir doch schon miteinander hatten! Diese werden nun wie kleine Feuer in meiner Seele die schönsten Melodien entzünden. ... Ich hätte Freude, Dich zu sehen. Und Freude hätte ich, wenn es dann warm wäre, damit man einmal zu jener Stelle gehen könnte, wo die Erde vor Freude erzitterte. Bei diesen 'Liebesbriefen' feile ich solange, bis jeder es versteht: da wurde geküsst, da sehnten sie sich nacheinander; hier - hier liessen sie es sich ganz wenig gut gehen, da - da sagten sie: für immer beisammen! Vielleicht ahnt man es. ( St-Br 303, 17.02.1928)
      Heute ist mir dieses Stück gelungen, 'als die Erde erzitterte'. Dies wird das beste sein. Nun ja, es war dies unheimlich schön! Und es war wahrhaftig. Dabei ist mir die hübscheste Melodie aufgesessen. Soll mir doch noch das letzte Stück gelingen. Das wird sein wie die Angst um Dich. Du weisst, solche Angst, dass ich Dir wie einem hübschen Lämmchen die Beinchen zusammenbinden könnte, damit es nicht wegläuft. St-Br 304, 18.02.1928 nachts)
      Solche Äusserungen von J in Bezug auf den "Inhalt" sind mit einiger Distanz entgegenzunehmen, da er in dieser seelischen Höchstspannung manches nachträglich verklärte. Da die Beziehung zu Kamila einseitiger blieb, als es J selbst wünschte, kamen solche brieflichen Äusserungen Überredungs- und erotischen Überzeugungsversuchen gleich. Aus diesem Grunde hat er auch die Viola d'amore verwendet, wohl allein der Bezeichnung wegen, nicht wegen des Klanges, denn dieser schafft ja eigentlich immer Probleme der Klangbalance > Viola damore. Das Ganze wird von einem besonderen Instrument zusammengehalten werden. Es heisst Viola d'amour - Liebesviola. Wie ich mich darauf freue. In dieser Arbeit werde ich mit Dir allein sein. Kein Dritter neben uns...(St-Br 295, 01.02.1928)
       
      Streifen (Toulky) ['toulggi] (Rambles) > Feuilleton II (JW XV/289 )
      String quartet (1880) > Streichquartett (1880) (JW X/18)
      String quartet no. 1 after Tolstoy's 'Kreutzer Sonata' > Streichquartett Nr. 1 (JW VII/8)
      String quartet no. 2 'Intimate letters' > Streichquartett Nr. 2 "Intime Briefe" (JW VII/13)
       
      Stücke für das Album von Kamila Stösslová (JW VIII/33)
      13 kleine Kompositionen für Klavier oder Harmonium
K     zwischen dem 02.10.1927 und dem 08.08.1928 in Písek
      Das Album ist in den beiden letzten Lebensjahren von J entstanden; er wollte seine intimsten Erinnerungen nicht in Briefen, sondern in einem Album festhalten, in welches dann auch seine Freundin Kamila schreiben sollte. Kamila sah dies so: "Das Album kaufte ich mir selbst und jedesmal, wenn Meister Janáček hierher kam, widmete er mir eine Eintragung. Deshalb sind alle Eintragungen in Písek datiert. Das Album wollte ich mir beim Buchhändler Podhajský kaufen. Dass dieser aber lediglich Alben mit seidenem Einband führte und Meister Janáček sagte, ich solle mir ein in Leder gebundenes kaufen, hat mein Mann es für mich besorgt. Da das Album von meinem Mann gekauft worden war, hatte ich es stets bei mir und Meister Janáček trug nur dann darin etwas ein, wenn er bei uns in Písek zu Besuch war." (Kamila Stösslová 1933 vor dem Kreisgericht in Písek, wo es um die Rückgabe des Albums ging; abgedruckt in ED 1)
  1  
Originaltitel dt Titel engl Titel Datum
1
Naše děti Unsere Kinder Our children 02.10.1927
2
Dolce Dolce Dolce 02.11.
3
Jen slepý osud Nur blindes Schicksal Merely blind fate 11.12.
4
At' mám Tě Du sollst mein sein Let me have you 09.01.1928
5
Aby už se nehohlo jíti nikdy zpět Damit man nie zurück könnte So that one could never return 12.02.
6
Dolcissimo Dolcissimo Dolcissimo 25.02.
7
(ohne Titel)     19.04.
8
Dolce Dolce Dolce 26.06.
9
(ohne Titel)     04.08.
10
Vašnivě Leidenschaftlich Passionately 04.08.
11
Ty vlnky mé zlatí Kamily Die Wellen meiner goldenen Kamila You little waves of my golden Kamila 05.08.
12
Čekám Tě Ich erwarte dich I wait for you 05.-07.08.
13
Zlatý kroužek Der goldene Ring The golden ring 07.-08.08.
ED 1 1994 Leoš Janáček: Památník pro Kamilu Stösslovou (Album für Kamila Stösslová), hrg von Jarmila Procházková, dt Ue von Dana Mestek, Brünn 1994
  2   Leoš Janáček: Klavírní miniatury I - Intimní skici (Klavierminiaturen I - Intime Skizzen), EDITIO MORAVIA + UE 1994, UE 30191 mit den Stücken 3, 5, 12, 13
TT 1 1995 Marián Lapšanský, KIavier; SUP CD; Nummern 3, 5, 12, 13
  2 2004 Håkon Austbø, BRILLIANT CD; Nummern 3, 5, 12, 13
L 1 2007 Tyrr-Bio2, 736-737
       
      Stück für "Auf verwachsenem Pfade" (JW X/21)
      für Klavier
K   1908 zwischen dem 07.05. und dem 06.06. (Brief an Branberger) und im nicht publizierten Feuilleton-Entwurf (JW XV/319)
A     verloren
      > "Auf verwachsenem Pfade" (JW VIII/17)
L   1997 JW 318-319
       
      Stück für den Hund Čipera (Skladba o psu Čiperovi) ['sggladba o psu 'tschiperowi] (Piece about the dog Čipera) (JW XIV/15)
      für Klavier
K   1925 -1928, zwischen dem 08.07.1925 und dem 23.04.1928 (Daten auf Skizzen)
A     Skizzen, dat - eine der Skizzen, dat mit 14.11.1926 und 27.12.1926, ist auf der Rückseite des Liedes "Unser Hündchen" (Náš pes, náš pes), das als Nr. 8 zu den > "Kinderreimen" (JW V/17) gehört
L   1997 JW 353
       
      Stück in Sonatenform (Piece in sonata form ) (JW X/15)
      für Klavier
K   1880 10.04.-13.04., Wien (einzige Hinweise in den Briefen an Zdenka > L 1)
A     verloren
L 1 1985 ZdBr 206, 209
       
      Suita, auch Suita pro Quintet > Suite für Streicher (JW VI/2)
      Suita op. 3 > Suite op. 3  (JW VI/6)
       
      Suite (Suita) ['suita] (Suite) für Streicher (JW VI/2)
K   1877 vor dem 02.12.
A     nur Titelseite, nicht datiert JA A 7432
M 1   Kopie, nicht datiert JA A 7432
  2   Kopie, nicht datiert, mit Titel "Suita pro Quintet", JA A 33.759
ED 1 1926 TP, Oldřích Pazdírek Brünn 1926, Nr. 411, mit Titel: "Suite pour deux violons, alto, violoncelle et contrebasse"
  2 1962 StudienP, SHV Prag 1962, H 3585, ediert von Miloslav Kuba, Vorwort von Bohumír Štědroň
  3 1974 StudienP, EdS 1974 und 1985
  4 1984 TP, IMC New York, Nr. 3120
D     20 min; 1) Moderato 91 Takte - 2) Adagio 29 Takte - 3) Andante con moto 27 Takte - 4) Presto-Andante-Presto 211 Takte - 5) Adagio 42 Takte - 6) Andante 80 Takte
B     Streicher
UA 1 1877 02.12., Brünn, Besední dům, Brünner Beseda, Ltg.: Leoš Janáček
  2 1878 08.12., Brünn, Lehrerbildungsanstalt, nur 3. Satz als Streichquartett aufgeführt
WA   1926 24.10., Prag, Smetana-Saal, Tschech. Philharmonie, Ltg.: František Neumann
TT 1 1941 Sinfonieorchester des Prager Rundfunks, Karel Boleslav Jirák; ULTRAPHON P, SUP P
  2 1951 Stadtorchester Winterthur, Henry Swoboda, WESTMINSTER P
  3 1954 Wiener Symphoniker, Henry Swoboda, WESTMINSTER LP m, HMV LP m
  4 1958 Prager Kammerorchester ohne Dirigenten, SUP LP m
  5 1972 Badisches Kammerorchester, Karl Ludwig Nicol; DA CAMERA MAGNA LP st, BAYER RECORDS CD publ 1999
  6 1973 Kammerorchester des Prager Konservatoriums, Libor Hlaváček; SUP LP st
  7 1974 Los Angeles Chamber Orchestra, Neville Marriner; ARGO LP st, DISCOPHON LP st, DECCA CD publ 1996
  8 1975 Capella Arcis Varsoviensis, Marek Sewen; PRONIL LP st
  9 1977 RIAS Sinfonietta, Jiří Stárek; SCHWANN LP st, KOCH-SCHWANN CD publ 1993
  10 1979 Kammerorchester Leoš Janáček, Zdeněk Dejmek; PANTON LP st
  11 1983 Ensemble instrumentale J.W.Audoli; ARION LP st, CD publ 1991
  12 1985 Slowakisches Kammerorchester, Bohdan Warchal; RCA LP st, OPUS CD
  13 1986 Prager Kammerorchester ohne Dirigenten; SUP LP st dig, CD
  14 1988 Suk-Kammerorchester, Josef Vlach; DABRINGHAUS+GRIMM CD, PANTON CD
  15 1989 Ensemble orchestrale Ad Artem Lorraine, Pierre Cao; FORLANE LP st
  16 1990 Granada Kammerorchester, Misha Rachlevsky; CLAVES CD
  17 1991 Brünner Philharmonie, František Jílek; SUP CD
  18 1992 Philharmonisches Kammerorchester München, Michael Helmrath; ORFEO CD
  19   Orquesta de cambra del Palau de la Musica Catalana, Gonçal Comellas; HARM.MUNDI FRANCE CD
  20   London Jupiter Orchestra, Gregory Rose; CHANDOS CD
  21   Independant Chamber Orchestra BOEMIA, Hynek Farkač; GRAMOFONOVÉ ZAVODY CD
  22 1993 Philharmonisches Kammerorchester, Jiří Hnyk; BONTON CD
  23   Virtuosi di Praga; DISCOVER CD, POPRON CD
  24   Prager Kammerorchester ohne Dirigenten; DENON CD 
  25 1995 Tschechische Kammersolisten, Ivan Matyaš; PANTON CD, SUP CD
  26   London Festival Orchestra, Ross Pople; ARTE NOVA CD
  27 1996 Tschechisches Kammerorchester, Ondřej Kukal; CAMPION CD
  28   Virtuosi di Kuhmo, Peter Csaba; ONDINE CD
  29   Limburgs Symphonie Orkest, Georg Fritzsch; KAM CD (Stichting KAMermuziek Amsterdam)
  30 1998 Norwegisches Kammerorchester, Iona Brown; CHANDOS CD
  31 2000 Kurpfälzisches Kammerorchester, Jiří Malat; BAYER RECORDS CD
  32 2001 Deutsches Musikschulorchester, Hanns-Martin Schneidt; ARS MUSICI CD
  33 2003 Brünner Kammerorchester, Jan Škrdlík; GNOSIS CD
  34 2004 Kammerorchester arcata Stuttgart, Patrick Strub, PROFIL/NAXOS CD
  35 2006 Brünner Kammerorchester, Jiří Mottl, KLAVIER CD
  36 2006 Slowakische Sinfonietta Žilina, Walter Attanassi; SLOVENSKÝ HUDEBNÍ FOND, CD
L 1 1880 ZdBr 192
  2 1939 Helf 220-221
  3 1958 Vogel 90-92
I 1   Titelseite der Handschrift, grosses Foto - Sammlung Knaus
      Das Werk ist noch vor Js Studienaufenthalt in Leipzig entstanden, wo ihm dann bewusst wurde, welche Lücken noch bestanden (vgl L 1). Bisher hatte er nämlich die Blasinstrumente noch nie verwendet, ausser im > Kriegsgesang 2(Válečna, JW IV/3) ) für Männerchor, Klavier und "vier chromatische Posaunen" 1873. Im Brief an Zdenka bezeichnete er die "Suite" (zusammen mit der > "Idylle" JW VI/3) als überholt (ZdBr, 21.2.1880, 192). Das ist einigermassen überraschend, da er zu dieser Zeit im instrumentalen Bereich noch nichts weiteres geschaffen hat. Die Orientierung an Beethoven (4. Satz) ist offensichtlich. Vogel (L 3) verweist auf den Anklang des 6. Satzes an Ludišes Arie "Was für ein Leid" im ersten Akt von Smetanas erster Oper "Die Brandenburger in Böhmen".
      Diese "Suite" ist nicht identisch mit der > "Suite op. 3" (JW VI/6)
       
      Suite for strings > Suite (JW VI/2)  
      Suite für Bläsersextett > Die Jugend (JW VII/10)
       
      Suite op. 3 (Suita) op. 3 (JW VI/6)
      für Orchester, mit zwei Volkstanz-Arrangements (Požehnaný + Dymák)
K   1891 Anfang des Jahres, da der Tanz "Požehnaný" erstmals aufgeführt wurde (JW 189); das Datum der Beendigung ist in den vorhandenen Dokumenten nicht erwähnt, da aber der Tanz als Nr. 3 eine fortlaufende Seitennummerierung aufweist, kann man annehmen, dass damals die ganze Suite schon vorhanden war.
A     nicht vorhanden, nur von den beiden Tänzen, die anderweitig verwendet wurden
M 1   Kopien von Josef Štross (autorisiert) der Tänze 1, 3 und 4 JA A 11.481, 33.760 und 23.477
  2   P komplett, undatiert, ursprünglich bei Radio Brünn, jetzt JA A 30.389
ED 1 1958 P + TP, SNKLHU Prag 1958, H 2454 + H 2619 (TP), ediert von Bohumír Štědroň, mit Vorwort tschech, russ, dt, engl, frz
  2 1978 TP, Philharmonia Wien Ph. V 480, Notentext identisch mit ED 1, Vorwort abgeändert, nur dt, engl, frz
MT     Bärenreiter Kassel www.baerenreiter.com
B     2 Fl - 2 Ob - 2 Kl - 2 Fag - 2 Tr - 3 Hr - Timp, Trommel, Triangel, Hrf, Str
D     14 min; Con moto - Adagio - Allegretto (Požehnaný) - Con moto (Dymák)
UA   1928 23.09., Brünn, Ausstellung zeitgenöss. Kultur, Prager und Brünner Radio-Orchester, Břetislav Bakala; nach Js Tod erstmals als Ganzes aufgeführt; hier als "Serenade" bezeichnet
WA   1937 13.07., Edinburgh, BBC Scottish Orchestra, Guy Warrack
TT 1 1944 ? BBC Scottish Orchestra, Guy Warrak; BBC P
  2 1974 Brünner Philharmonie, Jiří Pinkas; SUP LP st
  3 1985 Janáček Philharmonie Ostrava, Otakar Trhlík; SUP LP st dig
  4   Slowakische Philharmonie, Libor Pešek; HONGKONG MARCO POLO, LP st dig, CD, OPUS CD, NAXOS CD publ 2002
  5 1991 Brünner Philharmonie, František Jílek; SUP CD
  6 2000 WDR Rundfunkorchester, Gerd Albrecht; ORFEO publ 2006
      Dieses Werk ist im Zusammenhang mit den Volksmusikforschungen entstanden, sozusagen als Teilprodukt einer gruppenweisen Umsetzung von spielbarem Material für Sinfonieorchester > Lachische Tänze, Entstehungsgeschichte. 
      Veselý hat noch 1924 ein "Skladba pro orchestr (Con moto, Adagio, Allegretto, Allegro). R. 1890" (Stück für Orchester (..) vom Jahr 1890) verzeichnet. Die Opuszahl 3 ist erst 1958 bei ED 1) gesetzt worden. J hat nach op. 2 (> Walachische Tänze op. 2) mit Zählen aufgehört.
      Štědroň (ED 2) nimmt an, dass die Sätze 1 und 2 der Oper > "Anfang eines Romans" (JW I/III) entnommen sind, die Mitte 1891 beendet worden war: Satz 1 gleicht dem 5. Auftritt, wo Toník singt und Poluška in seinen Gesang einstimmt; Satz 2 entspricht dem Gesang Poluškas, Nr. 14. Die beiden Tänze (Satz 3 und 4) sind schon früher entstanden; während der Požehnaný in > "Rákoš Rákcozy" (JW I/2) und in den > "Lachischen Tänzen" (JW VI/17, Nr. 2) annähernd gleich verwendet worden ist, ist dieser "Dymák" nicht mit dem Tanz gleichen Namens in den > "Lachischen Tänzen", der Nr. 3, identisch:
      suiteop31klicken zum anhoeren
      lach5klicken zum abhoeren Lach. Tanz Nr. 3
       
      Suk, Josef (04.01.1874 Křečovice bei Benešov -29.05.1935 Benešov)
      tschech Komponist, Geiger (2. Geiger im Tschechischen Quartett) und Pädagoge; Schüler und dann auch Schwiegersohn von Antonín Dvořák. Er war es, der Max > Brod auf die Auff von Js "Její pastorkyňa" (> Jenufa JW I/4) 1916 in Prag aufmerksam machte und damit als Auslöser für die Anerkennung Js wirkte. Seine eigenen spätromantischen Kompositionen waren äusserst erfolgreich: die "Serenade für Streicher" op. 6 (1892) und die "Asrael"-Sinfonie (1906) werden auch heute weltweit aufgeführt.
       
      Suk, Josef (geboren 08.08.1929 Prag)
      tschech Geiger, Enkel des Komponisten Josef Suk und damit Urenkel von Antonín Dvořák. Ist als Solist und Kammermusiker (Suk-Trio) weltweit anerkannt und hat alle J-Werke für Violine eingespielt:
TT 1 1958 Sonate für Violine (JW VII/7): Josef Suk + Jan Panenka, SUP LP m, SUP-KOCH CD publ ?
  2 1975 Sonate für Violine (JW VII/7): Josef Suk + Jan Panenka, SUP LP st, CD 1989, CD 1991
  3 1975 Dumka (JW VII/4): Josef Suk, Jan Panenka; SUP LP st
  4 1975 Romanze (JW VII/3) Josef Suk, Jan Panenka; SUP LP st
  5 1989 Violinkonzert (JW IX/10): Josef Suk, Tschech. Philh., Václav Neumann; SUP LP st, CD publ 1991+1994
  6 1992 Sonate für Violine (JW VII/7): Josef Suk + Rudolf Firkušný, SUP CD
  7 1994 Sonate für Violine (JW VII/7): Josef Suk + Bohumila Jedličková, CARLTON CD
  8 1994 Romanze (JW VII/3) (orchestrierte Fassung von Přemysl Charvát): Josef Suk, Prager Kammerorchester; LOTOS CD
  9 1995 Sonate für Violine (JW VII/7): Josef Suk + Josef Hála, DISCOVER-KOCH CD
       
      Sun has risen above that hill, The > Schon scheint die Sonne in den Bergen (JW IV/23)
      Sun is rising, The > Tagebuch eines Verschollenen (JW V/12, Nr. 14)
      Surly German banged the pots, The > Kinderreime (2) (JW V/17, Nr. 2)
      Suscepimus > Graduale in festo Purificationis B.V.M. (JW II/9)
       
      Sušil, František (1804-1868)
      Priester, Professor für Theologie in Brünn; Sammler von Volksliedern; er gab schon 1835 in einer ersten Ausgabe mährische Volksliedtexte heraus, in der zweiten Ausgabe (1860) publizierte er die Melodien und die unterlegten Texte von über 2000 Liedern.
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