H1 Stand: 13.12.2006
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Abkürzungen

       
      H1 Haas - Hochwalder Volkspoesie in Liedern
      H2 Hofmannsthal - Hymna míru
       
Was Zahl Jahr Haas, Pavel (21.06.1899 Brünn - 17.10.1944 Auschwitz)  
      mährischer Komponist, Schüler von Janáček neben Jan Kunc und Vilém Petrželka im Konservatorium Brünn 1920-22. Seine erfolgreichste Oper "Der Scharlatan", UA Brünn 1938. 1941 nach Terezin (Theresienstadt) verschleppt, später nach Auschwitz, dort ermordet. Haas schilderte seinen Lehrer j einmal: Heute zerstörte er das starke Werk eines jungen erschrockenen Hirns wegen seiner vielen Notenlinien und am nächsten Tag geriet er in Wut über seine eigenen Hieroglyphen...(L 4)
L 1 1958 Vogel, 223-224
  2 1978 Peduzzi, Lubomír: Haas, Janáček a Divoška (Haas, J. und die Oper "Der Wildfang") in: opmus 8/78
  3 1980 Peduzzi, Lubomír: Jak učil Janáček skladat operu (Wie lehrte Janacek das Komponieren von Opern) in: opmus 7/80 
  4 2004 Reittererová, Vlasta: pavel haas. In: Czech Music, profiles 2/2004, engl
       
      Hába, Alois (21.06.1893 Südmähren - 18.11.1973 Prag)
      Schöpfer der Vierteltonmusik, Schüler von Vítězslav Novák. Janáček hat Hábas Viertelton-Technik nach 1923 kennen gelernt (vgl. L 4, S. 108); auf der Rückseite von Skizzen zur "Sinfonietta" hat J die Grundlage von Hábas Notationssystem festgehalten. Nach Miloš Štědroň hat J in Skizzen zur "Donau"-Sinfonie den Violoncellopart "um 3/4 Ton tiefer" gesetzt (vgl. L 4, S. 120). 
      Hába erwähnt J in seinem Vorwort zur Harmonielehre; er fasst Js Theorie der Verflechtung von nacheinanderfolgenden Akkorden erklärend zusammen und betrachtet sie als zur modernen Harmonik gehörend: Schade, dass [Schönberg] von der früher formulierten theoretischen Gesetzgebung Janáčeks nichts gewusst hatte! Sie erfasst die harmonische Freiheit bis zu den letzten Konsequenzen (Polyharmonik, Polyphonie der Harmonien, Polytonalität, Atonalität). Ja die zwei Grundgesetze Janáčeks kann man sogar auf meine ganze Harmonielehre der neuen Tonsysteme anwenden - den erweiterten praktischen Konsequenzen nach. (L 1, XII).
      J wiederum erwähnt Hába in einer Studie über den Naturalismus (vgl. L 4, S. 108).
      1978 ist die Hába-Gesellschaft gegründet worden
L 1 1927 Hába, Alois: Neue Harmonielehre des diatonischen, chromatischen Viertel-, Drittel-, Sechstel- und Zwölftel-Tonsystems, aus dem Tschechischen übertragen vom Autor. Leipzig 1927, S. IX-XII 
  2 1958 Hába, Alois: Hudební sloh Janáčkuv a jeho současníků (Der musikalische Stil Janáčeks und seine Zeitgenossen), in: Koll58, S. 117-119
  3   Hába, Alois: Janáčkovo pojetí harmonie (Janáčeks Auffassung der Harmonie) in: Koll58, S.119-122
  4 1970 Štědroň, Miloš: Janáček und der Expressionismus. In: Spff 1970, H5, S. 105-125; auch in: LJG-Mitt, Nr.12-14, 1973-74 
       
      Haefliger, Ernst (geb. 1919 Davos) 
      Schweizer Tenor, der sehr früh schon Js "Tagebuch eines Verschollenen" propagierte; es war die erste nichttschechische Einspielung, zusammen mit dem Dirigenten Rafael Kubelík am Klavier, mit dem zusammen auch die "Glagolitische Messe" mehrfach aufgeführt und produziert wurde.
TT 1 1954 Tagebuch eines Verschollenen, Ernst Haefliger, Felix de Nobel, PHILIPS LP m; dt gesungen
  2 1963 Tagebuch eines Verschollenen, Ernst Haefliger, Rafael Kubelík, DGG LP st, CD publ 1986, 1993, dt gesungen
  3 1964 Glagolitische Messe, Ernst Haefliger, Orch. des Bayer. Rundfunks, Rafael Kubelík; DGG LP st, CD 1989, 1994 
I 1 2006 Ulm, Renate (hrg): Rafael Kubelíks "Goldenes Zeitalter", Bärenreiter/Bayerischer Rundfunk 2006, 132 Seiten mit Illustrationen, zwei Fotos beim Abhören der Produktion der "Glagolitischen Messe", S. 90, 96 
       
      Hail Mary > Ave Maria (JW II/14)
      Hájíčku zelený > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 27)
      Hajný > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 27)
      Hajsa, Hajsa, má králenko, hajsa > Kleine Königinnen (JW IV/20, Nr. 4)
      Hajsi, vy siví volci > Tagebuch eines Verschollenen (V/12, Nr. 6)
       
      Hamburg
      Das Staatstheater Hamburg hat sich von den 60er Jahren an stark für Js Opernschaffen eingesetzt: 
    1966 Jenufa - Bohumil Gregor, Oskar Fritz Schuh
    1972 Aus einem Totenhaus - Rafael Kubelik, John Dexter, Josef Svoboda
    1976 Das schlaue Füchslein - Armin Jordan, Bohumil Herlischka, Ruodi Barth
    1981 Das schlaue Füchslein - Lawrence Foster, B. Herlischka (Wolfgang Bücker), Ruodi Barth
    1985 Katja Kabanova - Hans Wallat, Peter Ustinov, William Orlandi
    1997 Katja Kabanova - Auff. an der Hochschule für Musik und Theater
    1998 Peter Schneider, Olivier Tambosi, Frank Philipp Schlössmann
    2000 Die Sache Makropulos - Ingo Metzmacher, Nikolaus Lehnhoff, Tobias Hoheisel. Anja Silja als Emilia Marty - die Inszenierung ist von Glyndebourne 1995 übernommen worden
      "Jenufa" ist erstmals 1926 aufgeführt worden, dann 1940 und 1953, 1966 und 1998.
       
      Halfar the schoolmaster > Kantor Halfar (JW IV/33)
       
      Hana
      oder "Hanna"
      heisst die Region in Mittel-Mähren an den Flüssen March und Hana, woher die > Hanakischen Tänze (JW VI/8) stammen; Mittelpunkte sind Prostějov (Prossnitz) und Kroměříž (Kremsier). Der Hanakische Dialekt wandelt "fast alle i-Laute in ein grelles e" ab (vgl. Vogel, S. 245/a 198). J hat Texte des hanakischen Dichters Ondřej Přikryl vertont > Da du weisst und > Die Abendhexe
L 1 1998 Tyrrell, John: Czech Opera, Cambridge 1988, S. XVI
       
      Hanácké tance > Hanakische Tänze (JW VI/8)
       
      Hanakische Tänze (Hanácké tance) ['hanaatsggee 'tantse] (Dances from Haná) (JW VI/8)
      Volkstanz-Arrangements für Orchester, Nr. 4 für Männerchor und Orchester
K   1891 08.02.1891: Nr. 2; 1, 3 und 4: 24.07.1891
  1   Kalamajka
  2   Trojky
  3   Silnice (Die Strasse)
  4   Troják, für Männerchor und Orchester
M 1   Abschrift von Vincenc Damec, autorisiert, JA A 23.436a
  2   Abschrift der Stimmen von Josef Štross und Vincenc Damec, autorisiert, JA A 23.436b
ED     unter diesem Titel nicht publiziert, aber Nr. 1-3 unter dem Titel > Mährische Tänze (JW VI/7, Nr. 2-4), Nr. 1-4 in > Rákoš Rákoczy (JW I/2)
D     8 min
UA   1892 20.11., Brünn, Besední dům, Orchester des Brünner Nat.theaters, Ltg.: LJ
TT     siehe unter > Rákoš Rákoczy (JW I/2)
      Der Titel "Hanakische Tänze" ist von J nie verwendet worden (JW, Seite 192). Das Ste-V führt unter diesem Titel zehn Tänze für Klavier zwei- oder vierhändig auf > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10)
       
      Hanakische Tänze (nach Ste-V 52) > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10)
      Hanf > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 11)
      Hanka, the mayor's daughter > Hochwalder Lieder (IV/27, Nr. 6), > Hochwalder Volkspoesie in Liedern (JW V/4, Nr. 6)
       
      Hans, der Held (Honza hrdina) ['honsa 'hrdina] (Honza the hero) (JW XIV/8)
      auch "Held Hans" oder "Held Honza"
    1905 geplante Oper
T     Libretto von Karel Dostál-Lutinov, "Hans, der Held. Märchen zu einer Volksoper", publ Nový Jičín 1903
M 1   Kopie des Librettos in JA JK 8, mit einigen Sprechmotiven versehen
L 1 1955 Straková, Theodora: Janáčkovy operní náměty a torsa (Js Opernsujets und Fragmente) Musikologie 1955, 417-449
  2 1958 Vogel, 263-4 (mit Inhaltsangaben)
      J hat im Textbuch schon Sprechmotive skizziert, u.a. ein Hornmotiv eines Hirten. Hans ist eher träge und etwas beschränkt. Man will ihn loshaben und schickt ihn deshalb in die Welt hinaus. Da erweist er sich als unerschrocken und flexibel, dazu hat er grosses Glück: Er wird Prinzgemahl und Landesfürst. Die Gestalt verkörpert Wunschträume des Volkes. (Angaben nach Pavel Eisner)
      Theodora Straková (L 1) hat darauf aufmerksam gemacht, dass Js Notizen in seiner Kopie des Librettos keinen Bezug zum Libretto haben, deshalb sind die vorhanden Materialien unter die "Unechten Bühnenwerke" eingereiht worden, also JW XIV/8)
       
      Hänschen klein (Frantíku, Frantíku) > Kinderreime (JW V/16, Nr. 8), (JW V/17, Nr. 18)
       
      Hanslick, Eduard (11.09.1825 Prag - 6.08.1904 Baden b. Wien)
      Musikkritiker, Musikforscher, der durch seine Schrift "Vom Musikalisch Schönen" (1854) bekannt wurde. Ab 1861 war er Professor für Geschichte der Musik und Aesthetik" in Wien und hatte grossen Einfluss im Wiener Musikleben. J erwog während seiner Wiener Studienzeit (1880) an Hanslick zu schreiben, weil er bei einem Kompositionswettbewerb übergangen wurde. Er wollte ihn um sein Urteil über die abgewiesene Sonate bitten (> ZdBr 238, Brief vom 30.05.1880).
      In seiner Besprechung einer Aufführung des "Zigeunerbarons" von Johann Strauss in Brünn ereiferte sich J über Hanslicks Unkenntnis der Zigeunermusik: Ist es denn unmöglich zu begreifen, dass sich die Nationalmusik von jener kosmopolitischen Allerweltsmusik durch so viele Besonderheiten unterscheidet? Welches sind diese Besonderheiten? Und was ist die Regel? Dies sollte doch ein Kritiker so klangvollen Namens wie Dr. Hanslick wissen - ehe er von ihnen spricht. Wenn ein Brahms, Liszt oder Schubert den Kern der sog. Zigeunermelodien nicht erfassten, wie könnte man dies von J. Strauss erwarten? (L 1, S. 30)
L 1 1971 Štědroň, Bohumír: J als Kritiker der Brünner Oper 1890/91; in: LJG-Mitt, Nr. 5-8, 1971-2
       
      Harmonielehre > Vollständige Harmonielehre
       
      Harmonik
      J steht in seinem Frühwerk noch im Banne der Spätromantik: Chromatik, enharmonische Verwechslungen, kontinuierliche Modulation, nicht ruckartig unvorbereitet wie in der mittleren Periode und im Spätwerk. Nach der intensiven Beschäftigung mit der Volksmusik in den 90er Jahren wandte er sich mehr und mehr den modalen Prinzipien zu: Ganztonfolgen, Nonen- und Septakkorde bevorzugte er immer häufiger, ausserdem bestimmte Intervallfolgen, die er beim Studium der ostmährischen Volkslieder und der Tanzmelodien antraf: Quart-Sekund im >Tagebuch eines Verschollenen.
      Ausgangspunkt für seine theoretischen Studien war die "Lehre von den Tonempfindungen" von > Helmholtz, die er 1876 zu studieren begann und zu der er immer wieder zurückkehrte. Daraus entwickelte er seine eigene Theorie vom Nachklingen eines Akkords in den folgenden Akkord hinein und des daraus entstehenden "Chaos von Tönen" (L 1).
      Bohumír Štědroň erwähnt den Einfluss der Kirchentonarten (L 6). Max Brod macht auf die enge Verbindung von Harmonik und Rhythmik aufmerksam, die ein origineller Zug in Janáčeks Theorie sei (L 9). Die Freiheit, mit der er die Modalität benutzte, verhalf ihm zu seinem eigenen Ton. Die Tonalität hat er, obwohl er in den beiden letzten Opern > Die Sache Makropulos und > Aus einem Totenhaus oft an ihre Grenzen stösst, nie verlassen. Es gibt keine Musik ohne Tonart.....Das Volkslied kennt keine Atonalität, hatte er 1926 geschrieben (L 3). Die Bedeutung der Haupttonart in einer Komposition vernachlässigen, bedeutet die harmonische Plastik vernachlässigen und sich einer auf andere Art unerreichbaren Tiefe und Höhe des harmonischen Ausdrucks berauben. (L 9)
      Er handhabte die Modulation sehr frei, aber oft auch recht "unlogisch". Vorbild dazu bot die Unbestimmtheit und Mehrdeutigkeit der ostmährisch-slowakischen Volksmelodien. Beispiel dafür: die Englischhorn-Melodie in "Taras Bulba" (1. Teil, Andrejs Tod). J wechselt meist zwischen benachbarten, nicht zwischen verwandten Tonarten. Schon in seiner Aufnahmeprüfung in die Prager Orgelschule (1874) hatte er auf einer eigenwilligen Auflösung des Dominant-Septakkordes beharrt (L 3 > Akkord) und fünf Jahre später wiederholte sich dies in Leipzig: Heute bin ich in guter Stimmung, denn endlich war der Mameluk Grill mit mir zufrieden: nur wollte er in g-moll fis haben, ich gab aber mit meinem f nicht nach - somit musste er sich zufriedenstellen (L 10).
      Vogel äussert sich kritisch über Js Theorien (L 11). Dass jeder Akkord auf jeden Akkord folgen kann, hat J schon vor Debussy postuliert (Harmonielehre, 177; BE, 187)
L 1 1897 Janáček, Leoš: O skladbě souzvukův a jejích spojův (Über Bau und Verbindung der Akkorde), Brünn 1897, EdS 1968
  2 1912 Janáček, Leoš: Úplna nauka o harmonii (Vollständige Harmonielehre) Brünn 1912, 1920; EdS 1974
  3 1926 Janáček, Leoš: O tónině v lidové písni (Von der Tonart im Volkslied) in: Národopisný věstník československý, g. XVIII, 1926, S. 40
  4   MdL, 28
  5 1958 Hába, Alois: Janáčkovo pojetí harmonie (Js Auffassung der Harmonie) in: Koll58, S. 121ff
  6   Ste-Gen, 19
  7   Vogel, 202ff, 221-222, 402ff
  8 1964 Hollander, 115
  9   Brod, 24 (Zitat aus L 2)
  10   ZdBr, 52 (Brief vom 20.10.1879 an Zdenka); > Grill, Leo
  11 1966 Blažek, Zdeněk: Zu einigen Problemen der ersten Harmonielehre Janáčeks. In: Spff H 1, 1966, 7-24
  12 1970 Řehánek, František: Janáčeks Beitrag zur Harmonielehre. In: Brünn-Kolloquium 1970, S. 435-441, dt Ue von Jan Gruna
  13 1988 Prey, Stefan: Diatonik bei Janáček. In: Musica, Sept./Okt. 1988, S. 442-447
  14 1994 Beckerman, Michael: Janáček as Theorist. Pendragon Press Stuyvesant, NY, 1994; 141 Seiten, engl
       
      Harmonium
      J verwendete das Harmonium 1901 in den ersten Nummern > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17, Nr. 1, 2, 4, 7, 10, 13, 15) . Fünf davon wurden auch publiziert > ED 1+2. Weiter hat er das Harmonium für > "Vater unser" (1901) vorgesehen und bei > "Fünf Volkslieder" 1916-17 (JW IV/37)
ED 1 1901 Ivančice (bei Brünn), Emil Kolář, in: "Slovanské Melodie" Band V, die Nummern I/1, I/2 und I/10
  2 1902 Ivančice (bei Brünn), Emil Kolář, in: "Slovanské Melodie" Band VI, die Nummern I/4 und I/7
TT 1 1994 Aleš Bárta, eingespielt auf Js Harmonium im Haus in Hukvaldy; SUP CD
  2 2001 Teodoro Anzellotti, auf Akkordeon eingespielt; EDEL CD - kommt dem Original recht nahe; interessante Alternative
       
      Haselnuss > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 14), > Die Haselnuss (JW XIV/4)
      Hazelnut > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 14), > Die Haselnuss (JW XIV/4)
      He has risen now > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 4)
      He is risen at this moment > Tschechische mehrstimmige Kirchengesänge aus dem Freiberger Kanzional (JW XII/5, Nr. II/2)
       
      Heiliger Wenzel (Svaty václavě) ['swati 'waatslavje] (St Wenceslas) (JW II/11)
      auch "Heiliger Wenzeslaus"
      Orgelbegleitung zur alten Tschechischen Hymne, zum Wenzelslied, das 1784 erstmals publiziert worden ist
T     J verwendet den Text nach Josef Förster 1858
K   1902 ? wahrscheinlich für die Schule, zur Demonstration einer Harmonisierung
A     nicht dat, aus dem Nachlass von Antonín Krejčí, JA A 39.743
ED     nicht publ
L 1 1947 Štědroň, Bohumír: Janáček, učitel zpěvu (J, der Gesangslehrer) in: Jahrbuch der Pädagog. Fakultät, Brünn 1947, S. 237
      auch in > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 7) integriert
       
      Held Hans > Hans, der Held (JW X/V/8)
       
      Helfert, Vladmír (24.03.1886 Plánice - 18.05.1945 Prag)
      tschech Musikforscher, studierte in Prag bei Hostinský (1904-08) und bei Kretzschmar in Berlin; 1908 Promotion, 1910-19 Professor an einer Handelsschule in Prag, 1919-26 Lehrer an einem Gymnasium in Brünn, ab 1921 an der Masaryk-Universität in Brünn, ab 1926 Professor für Musikwissenschaft. Ab 1924 Redaktor der Zschr "Hudební Rozhledy" (Musikalische Rundschau). Er war Schüler des Smetana-Biografen Zdeněk > Nejedlý, der das Interesse für Smetana weckte, und damit gehörte er in der innertschechischen kulturellen Auseinandersetzung fast zwangsläufig zu jenen, die sich J gegenüber reserviert oder ablehnend verhielten > Smetana- Dvořák-Konflikt. Helfert war der Begründer der Brünner musikwissenschaftlichen Schule (L 6). 
      J war nach all den Querelen mit den Smetana-Befürwortern nicht gut auf Helfert zu sprechen: Wenn ich diesen Helfert nur von weitem sehe, kriecht mir das Grausen auf mich (Brod, 67). Helfert hatte in den Zwanziger Jahren jedes neue Werk negativ besprochen.
      Erst nach Js Tod (1928) wurde Helfert zum Janáček-Befürworter und sogar -Bewunderer. Er gründete zusammen mit Zdenka Janáčková das Janáček-Museum in Brünn (1933) und begann dann mit einer umfangreichen Biografie, von der dann nur etwa das erste Viertel (Zeitraum 1854-1888) erscheinen konnte (L 3). Helfert wurde von den Deutschen verhaftet und ins Durchgangslager Terezín (Theresienstadt) gebracht. An den Folgen einer Infektion im Lager ist er dann kurz nach Kriegsende gestorben.
L 1 1934 Helfert, Vladimír: Zwei Gegenpole der Tschechischen Musik: Smetana und Janáček. In: Der Anbruch, April 1934, S. 63-65
  2 1938 Helfert, V. und Steinhard, E.: Die Musik in der Tschechoslowakischen Republik. Orbis-Verlag Prag 1938, 395 Seiten, dt
  3 1939 Helfert, V.: LJ Obraz životního a uměleckého boje. I. V poutech tradice (LJ Bild des Lebens und des künstlerischen Kampfes. I. In den Fesseln der Tradition), Verlag O. Pazdírek Brünn, 1939, 403 Seiten, tschech
  4 1949 Helfert, V.: O Janáčkovi (Über Janáček), Aufsätze und Rezensionen 1924-1938, HM Prag 1949, 97 Seiten, tschech
  5 1969 Vysloužil, Jiří: Vladimír Helfert as a Critic of Music. In: Spff 1969/4, S. 49-66, engl
  6   Racek, Jan: Vladimir Helfert and the Brno School of Musicology. In: Spff 1969/4, S. 29-48, engl
  7   Fukač, Jiří: Sozialistische Gesichtspunkte der musikwissenschaftlichen Methode Vladimír Helferts. In: Spff 1969/4, S. 67-76
  8 1978 Hůlek, Julius: LJ in den Ansichten von Vl. Helfert und Max Brod. Zusammenfassung des Referats, in: Koll78, 329-332
  9 1985 Smetana, Robert: Vladimír Helfert a Brno (V.H. und Brünn), in: opmus, 5/85, 131-136, tschech
  10 1986 Autorenkollektiv: Jak dal s Helfertovým Janáček-Torso? (Was geschieht mit Helferts J-Torso?), in: Spff 1986, Heft 21, S. 7-15 tschech, mit dt Zusammenfassung
I 1   5 Fotos in opmus 5/85
  2   Foto, in BE, 204
  3   Foto, in BE tschech, 288
  4   Foto, in Racek, 235, identisch mit I 3)
       
      Helmholtz, Hermann von (1821-1894)
      dt Physiker, der mit seiner "Lehre von den Tonempfindungen" einen grossen Einfluss auf Js theoretisches Denken hatte. Von ihm übernahm er die Feststellung, dass der Ton nach seiner Beendigung noch eine Zehntelssekunde mit einem Zehntel seiner ursprünglichen Stärke nachklingt und mit dem nachfolgenden Akkord "verflochten" wird (spletna = Verflechtung). So hat er dies in seiner Autobiografie verkürzt dargestellt: H. Helmholtz, die Lehre von den Tonempfindungen. Braunschweig 1870. Hartnäckig vertiefe ich mich vom 16. Februar 1876 bis zum 22. Januar 1879 in diese Arbeit....Diese Erkenntnis verwerte ich in meiner "Lehre von den Akkorden und ihren Verbindungen" (L 2)
L 1 1870 Helmholtz, Hermann: Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. Braunschweig 1870
  2 1958 Vogel, 221-222
  3 1979 MdL, 29-30
       
      Her foster-daughter > Jenufa (JW I/4)
      Her stepdaughter > Jenufa (JW I/4)
       
      Herbart, Johann Friedrich (04.05.1776 Oldenburg - 14.08.1841 Göttingen)
      deutscher Philosoph, Professor in Göttingen; sah in den Beziehungen der Töne untereinander allgemeine Gesetzmässigkten, die als ein System missverstanden wurden. Er war ein vortrefflicher Pianist, der auch komponierte. Indirekt über > Helmholtz vermutet man auch Einflüsse auf J.
L 1 1986 Beckerman, Michael: Janáček a Herbartovci (J und die Herbartianer), in: Spff 1986, Heft 21, S. 17-29, tschech; engl in "Janáček as Theorist" in: Studies in Czech Music No. 3, hrg von Michael Beckerman und Glen Bauer, Pendragon Press 1994
  2 2001 Beckerman, Michael: Changes along the owergrown path: Janáček's attitude to Smetana. In: The Journal of Dvořák Society, 22/2001-02, Seite 26-41
       
      Herben, Jan (1857-1936)
      tschech. Schriftsteller, der Erzählungen aus dem volkstümlichen Milieu Mährens verfasste; er war Schüler von František > Bartoš. Herben setzte sich für die Annahme der "Jenufa" am Prager Nationaltheater ein, in der Prager Tageszeitung "Čas" (Die Zeit), wo er um 1906 Chefredaktor war (Vogel, 210). Früher schon hat Herben mit J zusammengearbeitet, bei der Zschr "Hudební listy" und beim Ballettspiel > Rákoš Rákoczy.
       
      Herbstlied (Píseň v jeseni) ['piissenj w'jesseni] (Autumn song) (JW IV/14)
      Chor für gemischte Stimmen
T     Jaroslav Vrchlický
K   1880 vor dem 18.09.
A     unvollständig, beschädigt, aber dat mit 18.09.1880 - mit Widmung
ED 1 1951 P, Orbis Prag EO 514; in: "Smíšené sbory" (Gemischte Chöre), rev von Bohumír Štědroň, mit Vorwort, tschech
  2 1978 EdS Prag + BÄRENREITER Kassel 1978, H 6154, "Tři smíšené sbory" (Drei gemischte Chöre), rev von Jan Trojan, mit Vorwort tschech, dt; dt Ue des Liedtextes: Kurt Honolka
W     věnoval "Bes. Brněnská (der Brünner Beseda gewidmet)
D     7 min, 127 Takte
UA   1880 12.12., Brünn, Chor der Brünner Beseda, Ltg.: LJ - Festkonzert zum 20-jährigen Jubiläum der "Brünner Beseda"
TT 1 1961 Chor des Tschech. Rundfunks, Jan Kasal; SUP LP m
  2 1973 Prager Philh. Chor, Josef Veselka; PANTON LP st
       
T    
dt Ue von Kurt Honolka in ED 2)
Empor zum Firmament! Wo bleibt des Körpers Schwere? Ich kenne nicht den Tod, ich kenn' das Sterben nicht! Mir ist, als ob Musik aus hohen Sphären tönte, ich flieg' auf Schwingen hoch zum Sternenlicht!
Die Seele sie gleitet der Blume gleich auf Wellen, aus deren Duft sich meine Liebe hebt. Gedanken werden kühn, sie fliegen in die Lüfte, so wie ein Falter zu den Sternen schwebt! Ein Strahl in blauer Luft, so wiegt sich meine Seele, sie sieht der Blume Traum auf ihres Kelches Grund, und leise seufzt das Rohr, wenn es des Ufers Welle mit feuchten Lippen küsst, mit ihrem feuchten Mund.
Und meine Seele gleicht der Rebe, die mit den Blättern frisch grünend umarmt der Menschheit Stamm, sie rankt sich hoch empor bis ins Azur des Himmels. Kühl atmet alle Welt, erhaben jeder Stern! Die Lieder tief in mir, sie alle, die noch schliefen, wie reiche trauben schimmern sie in goldner Pracht. Ich singe sie heraus, wie mit Vogelflügeln zieh'n sie und kreisen, hoch hnauf, ihr Hymnus tönt mit Macht!
Natur, nun bin ich dein! In denem Aether streb ich! O Land, wie tief in dir mein ganzes Leben wohnt! Die Sonne giesst auf mich der Blitze dichten Regen, mit stiller Flammen Glanz vergoldet mich der Mond!
Natur, dein bin ich nun, in deinem ewigen Schosse, klagelos, hoffnungslos, von Willkür, Launen frei, gib mir den ew'gen Traum, dass meine Seele wie Duft von Blüten flieg' empor, wie Blitze lauter sei!
       
      Der Chor ist in Rücksicht auf die Möglichkeiten des damals noch im Aufbau begriffenen Chor eher knventionell gehalten. Der Tenor ist fast durchwegs hoch gesetzt: Tonumfang e' - H"! Der Satz ist dicht, einige Melismen vermögen die rhythmisch durchgehende STruktur nicht zu durchbrechen.
      Jan Trojan spricht im Vorwort von verschiedenen hörbaren Einflüssen (Beethovens Seufzermotiv aus dem 2. Satz der 5. Sinfonie (Takte 71+72), Liszt (Takte 40-41) und Wagner (Takte 91-96)
       
      Herdsgirl was tending the animals, The > Hochwalder Volkspoesie in Liedern (JW V/4, Nr. 7)
       
      Herlischka, Bohumil (geb. 25.04.1919 Časlav)
      tschech Opernregisseur, 1951-57 Oberspielleiter in Prag, dann als Gastregisseur in der Bundesrepublik, wo er in den 70er Jahren in Düsseldorf den ersten Janáček-Opernzyklus ausserhalb der Tschechoslowakei realisierte. 1986 hat er mit seiner Inszenierung der Oper "Schicksal" (JW IV/5) einen wesentlichen Impuls verliehen.
    1969 Jenufa (Bühnenbild: Hermann Soherr)
    1972 Das schlaue Füchslein
    1973 Kat'a Kabanová, Die Sache Makropulos
    1976 Die Ausflüge des Herrn Brouček
    1977 Aus einem Totenhaus
      In der Saison 1977/78 wurden alle sechs Werke in einem Zyklus gegeben, Dirigent: Peter Schneider, Bühnenbild: Ruodi Barth
    1986 Schicksal, Dirigent: Jiří Kout
L 1 1989 Kügler, Ilka 'Hrg): Ein Magier der Bühne - Der Regisseur Bohumil Herlischka. Dokumente zur Theatergeschichte I, Düsseldorf 1989, 94 Seiten, mit zahlr. Illustrationen
       
      Hertzka, Emil (1869 Wien - 09.05.1932 Wien)
      Leiter des Wiener Musikverlags UNIVERSAL EDITION ab 1907; der Verlag war 1901 gegründet worden. Hertzka band als erste die Komponisten Mahler, Schönberg und Schreker an den Verlag, dann setzte er sich auf Anraten von Max Brod für Janáček ein und publizierte dessen Opern und einige weitere Werke. J korrespondierte über mehrere Jahre hinweg mit ihm in dt Sprache.
L 1 1932 Nachruf der UNIVERSAL EDITION, in: Anbruch IV 1932, 3 Seiten
  2   Stefan, Paul: Abschied von Emil Hertzka, in: Anbruch IV 1932, 65-66
  3 1988 Janáček, Leoš: Briefe an die Universal Edition, hrg. und kommentiert von ERnst Hilmar, Tutzing 1988, 385 Seiten, dt
I 1 1932 Foto, in: Anbruch IV 1932 - Sammlung Knaus
       
      Heřman, Jan (?)
      tschech Pianist, er spielte bei der Feier zu Js 70. Geburtstag, am 23.11.1924 im Prager Theater auf den Weinbergen Klaviermusik von J ("Auf verwachsenem Pfade" - JW VIII/17 und "Sonate 1.X.1905" - JW VIII/19)
      Das > Concertino (JW VII/11) ist ihm gewidmet. In einem Brief an Heřman hat sich J nachträglich zur Entstehung des "Concertino" geäussert - am 07.02.1926 (Vogel 403)
       
      Herz, Joachim (geb. 15.06.1924 Dresden)
      dt Regisseur, 1951-53 Spielleiter in Dresden, 1953-56 Assistent bei Walter > Felsenstein an der Komischen Oper Berlin (neben Götz > Friedrich), 1956/57 Spielleiter in Köln, ab 1957 Oberspielleiter in Leipzig und ab 1959 Direktor der Leipziger Oper, 1976-81 Intendant und Nachfolger von Walter Felsenstein an der Komischen Oper Berlin. Dann wurde er Chefregisseur und Chefdramaturg an der neu-eröffneten Semper-Oper in Dresden. Als J-Regisseur beschäftigte er sich mit "Kat'a Kabanová" 1963 und 1972 in Berlin, 1974 in Wien. Mit einer begrenzten Neu-Textierung der Oper "Schicksal" (JW I/5) verabschiedete er sich in Dresden.
L 1 1970 Felsenstein, Friedrich, Herz: Musiktheater, Beiträge zur Methodik und zu Inszenierungs-Konzetpionen, Reclam Leipzig 1970
  2 1977 Herz, Joachim: Regisseur im Musiktheater. Henschelverlag Berlin 1977
  3 1989 Herz, Joachim: Theater-Kunst des erfüllten Augenblicks. Briefe, Vorträge, Essays. Henschelverlag 1989
  4 1990 Briefwechsel mit Joachim Herz betr. Neu-Übersetzung - Sammlung Knaus
  5 1991 "Schicksal", Textbuch mit neuer dt Übersetzung von Joachim Herz und Eginhard Röhlig, Staatsoper Dresden 1991 - Sammlung Knaus
       
      Hey, what nightingale is this one? > Schlesische Lieder (aus der Sammlung von Helena Salichová) (JW V/13, Nr. 7)
      Hey, what's that rustling? > Schlesische Lieder (aus der Sammlung von Helena Salichová) (JW V/13, Nr. 5)
      Hey, you grey oxen > Tagebuch eines Verschollenen (V/12, Nr. 6)
      Hidden God > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 12)
       
      Hindemith, Paul (16.11.1895 Hanau - 28.12.1963 Frankfurt am Main)
      dt Komponist; er soll 1923 Js Violinsonate (JW VII/7) aufgeführt haben (Aussage Miloš Štědroň). Am IGNM-Festival in Venedig (Sept. 1925) ist Js erstes Streichquartett (JW VII/8) neben Hindemiths "Kammermusik Nr. 2" aufgeführt worden. Am 10.02.1927 wurde J als Mitglied in die Preussische Akademie der Künste aufgenommen, zusammen mit Paul Hindemith und Arnold Schönberg (Vogel, 458).
I   1827 Faks des Briefs vom 18.02.1927 der "Akademie der Künste zu Berlin"; in: iconogr, 51
       
      Hipp'sches Chronoskop
      Apparat zur Zeitmessung, den J zur Messung seiner Untersuchungen über die Sprechmelodie verwendete: Hipps' Chronoskop misst die denkbar kleinsten Zeitabschnitte dieser Verhältnisse (L 2). Das Chronoskop wurde von Matthias Hipp (1813 Blaubeuren - 1893 Zürich) erbaut; er war 1852-60 Werkleiter der Eidgenössischen Telegrafenwerkstätte in Bern, eröffnete 1860 eine eigene Werkstatt in Neuchâtel und erhielt 1875 den Dr. h.c. der Universität Zürich. Er war der Erbauer des Uhrwerks der Kirche St. Peter in Zürich.
      In seinen Feuilletons erwähnt er den Apparat, den er dank Professor Novák an der Brünner Technischen Hochschule erhalten hat (Vogel, 219). 1919 hat sich J darüber beschwert, dass der Kredit für einen solchen Apparat vom Ministerium gestrichen worden ist (BE, 152). Im Feuilleton "Anfang eines Romans" schreibt er: Ich messe jetzt sorgfältiger die Länge des ganzen Gespräches. Besitze ich doch durch die Liebenswürdigkeit seiner Magnifizenz Dr. Vlad. Novák, Hipps' Chronoskop. Die Berechnung in meiner eigenen Methode deckt sich mit der Berechnung auf dem Hipp'schen Chronoskop (HCh). Das ganze Gespräch dauerte 4029/1000 einer Minute. Es ist nicht schwer, die Länge der Achtelnote aus allen zwanzig Gesprächen zu berechnen. Das leise Summen der Silben rechne ich zum Tone; es hat mit ihm die gleiche Lage. (L 1)
      Jan Racek beschreibt den Apparat folgendermassen: Es ist ein Uhrwerk, das mittels eines Gewichtes in Bewegung gesetzt wird. Die Zeitintervalle werden auf dem Zifferblatt mit Hilfe eines elektromagnetisch betriebenen Zeigers gemessen.
      Eine genaue technische Beschreibung ist laut Racek bei Wundt (L 5) zu finden. Vogel äussert sich skeptisch über die Tauglichkeit dieser Messungen. Der Apparat wird heute im Janáček-Museum in Brünn ausgestellt.
L 1 1911 Wundt, Wilhelm: Grundzüge der physiologischen Psychologie, Band III, S. 365-374, Leipzig 1911, 6. Auflage
  2 1922 Janáček, Leoš: Anfang eines Romans, Feuilleton in "Lidové noviny" vom 17.3.1922 (JW XV/237); in: Feuill, 60 - in der dt Übersetzung steht "Sekunde" statt "Minute" - das Gerät misst in Bruchteilen von Minuten.
  3   Brief von Brod an J vom 3.3.1922 und von J an Max Brod vom 4.3.1922; in: Brod-Br, 102-105
  4   Janáček, Leoš: "H.Ch.", Feuilleton in "Prager Presse" vom 12.3.1922, dt Ue von Max Brod, in: Lit, 490-493, siehe Faksimile
  5   Janáček, Leoš: A la Polka, Feuilleton in "Lidové noviny" vom 13.6.1922 (JW XV/240); in: Feuill, 166
  6 1958 Vogel 219
  7 1984 Burghauser, Jarmil: Hudební metrík (Musik und Metrik), in: Spff, H19-20, 1984, S. 138-153, mit dt Zus.fassung
I 1 1978 Ged, 28, Foto schwarzweiss
  2 1978 Lit 501, Faksimile des Briefes vom 07.06.1922 mit Erklärungen zu den Messungen
     
hipp1 hipp2
       
      Hlahol
      Prager Chorvereinigung, gegründet 1861 als Männerchor, später gemischter Chor. J hat 1890 für einen Wettbewerb des "Hlahol" den Chor > "Unser Lied" (Naše píseň) (JW III/1+IV/21) komponiert. 1906 sang "Hlahol" in Prag die zweite Version von > "Unser Vater" (0tče náš) (JW IV/29) erstmals auf. Das Haus "Hlahol" am Masaryk-Quai (Masaryk nabřezí, ehemals Gottvaldov nabřezí) in reinem Jugendstil - Architekt Josef Fanta 1905 - ist renoviert. 
       
      Hó, hó, kravy dó > Kinderreime (JW V/16, Nr. 5), (JW V/17, Nr. 11)
      Ho, ho, the cows are coming > Kinderreime (JW V/16, Nr. 5), (JW V/17, Nr. 11)
       
      Hochwald (Hukvaldy) ['huggwaldi]
      Geburtsort von LJ (03.07.1854), kleines Dorf in der Lachei, im ost-mährischen Hügelgebiet südlich von Ostrau (Ostrava), zwischen Přibor (Freiberg), wo Sigmund Freud zwei Jahre nach J geboren wurde und Frýdek Místek (= Sudeten-Gebirge). Heute zählt es - wie zu Js Zeiten - etwa 600 Einwohner. Das Haus, das J im Dezember 1921 von der Witwe seines Bruders František abkaufte (L 2) und das er in den Sommermonaten bewohnte, beherbergt heute das Janáček-Museum.
      J verliess 1865, also im Alter von 11 Jahren, Hochwald, um die Schule in Brünn zu besuchen. Pavel > Křížkovský hatte ein Stipendium vermittelt, so dass er einen Freiplatz beanspruchen konnte. Das bedeutete eine wesentliche Entlastung des Haushalts mit 9 Kindern (vier waren schon bei der Geburt oder kurz nachher gestorben). 1888 ist J erstmals wieder zurückgekehrt (Honolka, 73).
      In Hochwald wurde J zu verschiedenen Werken angeregt: > Auf verwachsenem Pfade, > Im Nebel, > Das schlaue Füchslein, > Auf der alten Burg Hochwald, > Hochwalder Lieder, > Das Hochwalder Kirchlein, > Hochwalder Volkspoesie in Liedern
L 1 1924 Janáček, Leoš: Autobiografie, in: MdL, 19-22, 62
  2 1959 Feuill, 3-30
  3 1984 Drlíková, Eva, Hrg: Janáček a Hukvaldy (Janáček und Hochwald) mit Texten von Jiří Vysloužil, Bohumír Štědroň, Jiří Fukač und Rudolf Šrubař; tschech, dt, engl, russisch 
  4 1990 St-Br, 67, 92 (Kauf des Hauses)
  5 1995 Jarmila Procházková, Bohumír Volný, Hrg: Born in Hukvaldy, 115 Seiten mit Bibliografie, Index und Illustrationen, Mährisches Museum 1995
  6 2003 Palák, Milan: Hukvaldy Atlas. Auf der Spur zu Leoš Janáček.30 Seiten, dt, tschech, franz, engl; hrg von der Mährisch-Schlesischen Janáček-Stiftung in Prag und der Leoš Janáček Stiftung in Brünn, dem Janáček-Sänger Beno > Blachut gewidmet 
L 1 1948 Procházka, Jaroslav: Lašsky koření života i díla Leoše Janáčka (Lachische Wurzeln in Leben und Werk von LJ), HM Prag 1948, Situationspläne S. 13, 14
  2 1971 Sudek, Josef: Janáček - Hukvaldy (Janáček - Hochwald), Bildband mit 124 Illustrationen, tschech, dt, engl Begleittext, EdS 1971
  3 2006 Palák, Milan: Leoš Janáček´s Hukvaldy on the contemporary pictures 1890 – 1928
       
      Hochwalder Kirchlein > Das Hochwalder Kirchlein (3 Versionen)
       
      Hochwalder Lieder (Ukvalské písně) ['uggwalssggee 'piissnje] (Hukvaldy songs) (JW IV/27)
      Volkslied-Arrangements für gemischten Chor, auch in > Hochwalder Volkspoesie in Liedern (JW IV/4) integriert, dort aber nur für Stimme und Klavier
T     Hochwalder Volkspoesie
  1   Andreas, Andreas (Ondráš, Ondráš!)
  2   Du Hochwalder Kirchlein (Ty ukvałsky kosteličku!)
  3   Auf des Schulzen Wiesengrund (Na tych fojtovych łukach)
  4   Hej, Du Hochwalder Kirchlein (Ty ukvałsky kostełičku, hej!)
  5   Der Herrgott vergelt's Euch (Pan Buh vam zapłat)
  6   Schultheissens Hanna (Fojtova Hanka)
K   1899 11.10.
A     Autograf, dat 11.10.1899, im Besitz von Radomil Dohnal
W     Pěvecko-čtenářskému spolku Pod Hukvaldy (Dem Sänger-Leseverein Hochwald)
ED 1 1949 P, HM Prag 1949, HM 1075, Vorwort von Bohumír Štědroň, tschech
UA   1944 03.07., Hochwald, nur Nr. 1, 3, 4 und 6; Gemischter Chor Hochwald, Ltg.: Miloň Dohnal
    1947 13.12., Rundfunksendung Ostrava, nur Nr. 1 und 2; Sängerverein "Sokol" Hochwald, Ltg.: Radoslav Dohnal (Ste-V 53)
    1948 25.05., Frýdek-Místek, Nr. 1-6; Gemischter Chor des Gymnasiums Frýdek-Místek, Ltg.: Gabriel Štefánek
TT 1 1977 Prager Philh. Chor, Josef Veselka; SUP LP st
  2 1984 Gemischter Chor der Lehrer von Bratislava, Petr Hradil; OPUS LP st
  3 1994 Hochschulchor der Universität Ostrava, Lumír Pivovarský; RS CD (Tschech. Rundfunk Ostrava)
  4 2004 Tschech Phil. Chor, Peter Fiala; WARNER Classics BBC CD (Proms live)
      Aufnahmen auch unter > Hochwalder Volkspoesie in Liedern (JW V/4) berücksichtigen
I 1   Faksimile von "Ondráš, Ondráš" - Sammlung Knaus
  2 1955 Faksimile von Lied Nr. 4, in: BE im Vorspann, Seite IX
  3 1981 Faksimile des Autografs eines Hochwalder Liedes, das er nicht publiziert hat, in: Paris81, S. 25
       
      Hochwalder Volkspoesie in Liedern (Ukvalská lidová poezie v písních) ['uggwalsggaa 'lidowaa 'po-esi-e 'fpiissniich] (Hukvaldy folk poetry in songs) (JW V/4)
      Volkslied-Arrangements für Stimme und Klavier
T     Hochwalder Volkspoesie
  1   Andreas, Andreas (Ondráš, Ondráš!) *
  2   Du Hochwalder Kirchlein (Ty ukvałsky kosteličku!) *
  3   Mein liebes Mütterchen (Ma míła mamulko)
  4   Auf des Schulzen Wiesengrund (Na tych fojtovych łukach) *
  5   Warum stehst du traurig, Schneeball (Proč kalinko smutna stojíš?)
  6   Schultheissens Hanna (Fojtova Hanka) *
  7   Ein Mägdlein hütet Kühe fein (Pasavała kravarečka)
  8   Was sollen die Schatten (Co su to za tině?)
  9   In unsrem Hof die Eiche (V našim dvoře dub)
  10   Als ich durch den dunklen Wald ging (Dyž sem ja šeł přes černý les)
  11   Hej, Du Hochwalder Kirchlein (Ty ukvałsky kostełičku, hej!) *
  12   Der Herrgott vergelt's Euch (Pan Buh vam zapłat) *
  13   Als ich um den Hof gegangen (Dyž sem ja šel kołem dvorka)
      Die Lieder mit * hat J für Chor bearbeitet > Hochwalder Lieder (JW IV/27)
K   1898 vor dem 18.12., Datum der UA
A 1   P, autografische Skizzen, nicht dat, Faksimile in ED 3)
  2   P, nicht dat, JA A 7433
ED 1 1899 P, mit tschech Text; A. Píša, Brünn 1899, mit Widmung
  2 1929 P, HM Prag, HM 335, "Ukvalský lidová poesie" (Hochwalder Volkspoesie), ohne Widmung
  3 1949 P, HM Prag, HM 1040, "Ukvalská lidová poezie v písních" (Hochwalder Volkspoesie in Liedern), mit Widmung, rev Bohumír Štědroň, Vorwort tschech, mit Faksimile der Texte von Lied Nr. 3+4 mit Js Notenskizzen, dazu kurzes Nachwort russisch, engl, frz; Titelblatt von Karel Svolinský gestaltet
W     Kroužku 'Pod akátem' (Dem Zirkel "Unter der Akazie"), kulturelle Vereinigung (Kränzchen) in Hochwald
UA   1898 18.12., Brünn; Antonín Karas, Tenor; František Vojtěchovský, Bariton; am Klavier: LJ
WA   1899 23.04., Brünn, Besední dům, nur Nr. 2, 5, 9 11
TT 1 1949 Josef Válka, Jaroslav Hromádka; Ludvík Kundera, Klavier; ESTA P, SUP P
  2 1963 Eva Zikmundová, Václav Haliř, Beno Blachut, Antonin Švorc; Alfred Holeček, Klavier; SUP LP m
  3 1994 Jitka Zerhauová, Leo Marian Vodička; Radoslav Kvapil, Klavier; PANTON CD
  4   Dagmar Pecková, Ivan Kusnjer; Marián Lapšansky, Klavier; SUP CD
  5   Eva Štruplová, Stanislav Předota; Adam Skoumal, Klavier; MATOUS CD
I 1 1981 Faksimile des Autografs eines Hochwalder Liedes, das er nicht publiziert hat, in: Paris81, S. 25
       
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