B3 aktualisiert: 22.07.2017
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Abkürzungen

       
      B1 Bába leze do bezu - Berghaus
      B2 Berlin - Bring the dew
      B3 Brod - Bystra voda
       
Was Zahl Jahr Brod, Max (17.05.1884 Prag - 20.12.1968 Tel Aviv)  
      Jurist, Redaktor am Prager Tagblatt, Schriftsteller, Kritiker, Komponist; gehörte mit Kafka, Rilke, Werfel, Urzidil und Felix Weltsch zum "Prager Kreis". Er sprach Deutsch als Muttersprache, konnte sich aber auch in Tschechisch verständigen. Er lese "tschechisch so gut wie deutsch" hat er an die UE geschrieben (> L 46, Seite 265). Als Anhänger des Zionismus emigrierte er 1939 nach Palästina. Er war es, der den Nachlass von Franz Kafka vor der testamentarisch geforderten Vernichtung rettete - entgegen dem Willen seines Freundes Kafka. 
      Vom Komponisten Josef > Suk aufmerksam gemacht, besuchte B anfangs November 1916 eine Aufführung von Js "Její Pastorkyňa" (Jenufa JW I/4) und schrieb für die Berliner Zschr "Schaubühne" (Nr. 46, 16.11.1916, später "Weltbühne") eine Rezension unter dem Titel "Tschechisches Opernglück" (> Brod-Str, 267). Dieser Text löste unerwartete Reaktionen aus und fand auch in Prag Beachtung (Tyrr-Bio2, 114). J. besuchte Brod in Prag (anfangs Dezember 1916) und bat ihn inständig, das Libretto ins Deutsche zu übersetzen. Dies führte dann zur ersten Aufführung in dt Sprache in Wien (16.02.1918) und zur Zusammenarbeit bis zu Js Tod im Jahre 1928. B aber setzte sich nicht nur für J ein, sondern auch für die Komponisten Carl > Nielsen und Adolf Schreiber. 
      Ausser dem Libretto zu "Jenůfa" übersetzte Brod noch die Libretti zu den Opern "Kát'a Kabanová", "Das schlaue Füchslein", "Die Sache Makropulos" und "Aus einem Totenhaus". Beim "Füchslein" ging die Übertragung soweit, dass Brod, im Bestreben den Handlungsablauf logischer zu gestalten, weitreichende Änderungen vorschlug und sie auch gegenüber Js Bedenken hartnäckig verteidigte. Der Briefwechsel mit J dokumentiert die umfangreichen Auseinandersetzungen um die genaue Deklamation und um dramaturgische Probleme. Brod war ausserordentlich begeisterungsfähig, und selbstlos setzte er sich für J ein. Da er selbst auch Lieder komponierte, waren ihm die Probleme der Singstimme und die Einhaltung der Vokal-Qualitäten bei der Übertragung in eine andere Sprache bewusst. Die Wortwahl richtete er sorgfältig auf die bestehenden Notenwerte aus. Brod hat aber auch einen theoretischen Text von J übersetzt.
      Brod trug mit seinen Übertragungen, aber auch durch seine literarischen Texte wesentlich zur Verbreitung von Js Werken bei. Walter Felsenstein sprach sich ausdrücklich für Brods Übertragung des "Schlauen Füchslein" aus und brachte mit den über 200 Aufführungen an der Komischen Oper Berlin diesem Werk den internationalen Durchbruch (> Vier Briefe zum "Schlauen Füchslein" in: LJG-Mat, 50-60). Bei der Ausarbeitung des "Füchsleins" kam es zu ernsthaften Missverständnissen, die nicht ganz ausgeräumt werden konnten. Dennoch hat J in Brods Umdichtung eingewilligt. Auch in der "Sache Makropulos" gab es grosse Differenzen in der Wortwahl. Brod übersetzte aber nicht nur Operntexte, sondern auch die Verse zum "Tagebuch eines Verschollenen" (JW V/12) und verschiedene Chortexte (siehe unten). Das Libretto zu Js sechster Oper "Die Ausflüge des Herrn Brouček" hingegen wies er nach einigem Zögern zurück. Er als Pazifist lehnte es ab, den zweiten Teil, der die kämpferischen Hussiten verherrlichte, ins Deutsche zu übertragen (> Brod-Str, 271). Den Text zur Oper "Schicksal" (Osud) hat er im Juli 1918 zum Lesen angefordert, ihn aber im April 1919 wieder zurückgeschickt - und nie mehr erwähnt. Noch im Januar 1928 verhandelte J mit Brod über eine Übersetzung des Librettos zu seiner ersten Oper "Šárka" (JW I/1) (> Vogel, 408).
      Brods Übersetzung des "Jenůfa"-Librettos wird heute kritischer beurteilt: Teresa Hrdlicka hat die Dokumente neu begutachtet (> s.u. Literatur zu Brod/Janáček, L 35ff) und tritt der mehrfach geäusserten Darstellung entgegen, dass der Verlag UE bei der Drucklegung des deutschsprachigen Librettos Reichenbergers Korrekturen mehrheitlich wieder rückgängig gemacht und weitgehend Brods Version publiziert hätte.
T     Übersetzte Texte - Opern: Jenůfa (JW I/4), Kat'a Kabanová (JW I/8), Das schlaue Füchslein (JW I/9), Die Sache Makropulos (JW I/10), Aus einem Totenhaus (JW I/11)
      Lieder: Sechs Volkslieder (die Eva Gabel sang) (JW V/9), aus 26 Volksballaden (JW IV/32, IV/37, V/9, V/11); Tagebuch eines Verschollenen (JW V/12)
      Chöre: Kašpar Rucký (JW IV/41) , Vier Männerchöre (JW IV/17) (Drohung, O Liebe, Zu Felde ziehen, Deine Augen schön), Kinderreime (JW V/17) (nur Text-Revision, vgl. JUE, 321-322)
      Theorie: Das sinnreiche psychologische Wesen der musikalischen Ideen (Myslná, psychologická podstata hubeních představ) (JW XV 331, datiert 02.05.1917) publiziert in "Prager Presse" 1922; original in: Theorie 2, 163-167
      B hat aber auch Korrekturen in den tschechischen Texten vorgenommen, z.B. in "Kát'a Kabanová", wo J offensichtliche Fehler bei der Einrichtung des Librettos unterlaufen waren (> Vogel, 355). B spielte Klavier, hatte sich ursprünglich das Konzertdiplom erarbeiten wollen; er spielte in einem Trio regelmässig Kammermusik und hat auch Albert Einstein in einer Mozart-Sonate begleitet (> Brod-Str, 17); seine differenzierte Beschreibung von Einsteins Innenleben sei hellsichtig und "von unerbittlichem Scharfblick" gewesen > Neffe, Jürgen: Einstein. Eine Biographie. Rowohlt Reinbek 2005). Js Klavierstücke "Auf verwachsenem Pfade" und "Im Nebel" hat er zeitweise "täglich gespielt" (> Brod-Br, 40, 58). Schon 1924 publizierte er einen Text über Js Klavierstücke (> L 18); er suchte darin verwandte Züge zu Smetana, um wohl auch gegen die erbittert geführte Kontroverse für oder gegen Smetana anzukämpfen (> Smetana): "Beide schöpfen aus Volkssprache und Volkslied, und zwar sehen beide das Volkhafte absolut ehrlich, nicht in Kitschverbrämung, nicht durch die Salonbrille Dvořáks". Dennoch räumt er ein, dass J ungerechterweise "verschrobene Theorien" gegen Smetana anzuführen wusste. Brod aber konnte dennoch nicht verstehen, dass Dvořák ihm (Janáček) näher stand als Smetana.
      B hat ebenso Jaromir Weinbergers Oper "Schwanda der Dudelsackpfeifer" übersetzt und konnte damit dieser Oper zu einem ausserordentlichen Erfolg auf dt Bühnen verhelfen. Er war bereits im Gespräch über einen Libretto-Text ( > Brief Brods an Hugo von Hofmannsthal, in: Hofmannsthal-Blätter 31/32, 1985, S. 107). Ausserdem hat Brod das Libretto zu Manfred Gurlitts 4-aktiger Oper "Nana" geschrieben (UA 1958 Dortmund).
      Brods Kompositionen:
     
opus
vokale Werke
opus
instrumentale Werke
2
Tagebuch in Liedern (Frühe Klänge) 1900-1910
ohne op
Variationen auf ein tschech Volkslied, für Klavier, 1910
4
11 Goethe-Lieder, 1901-10
11
Sonate, für Violine + Klavier, M, 1914
5
46 weitere Lieder, 1904-35 (Goethe, George, Heine, eig.)
ohne op
Klaviertrio, nach Flaubert, M, 1915
10
4 Lieder 1908-21 u.a. Flaubert: "Spleen"
12
Hradschiner Stunden, für Klavier
20
Requiem hebraicum für Bariton, Klavier + Orchester
13
Elegie auf den Tod eines Freundes, für Klavier
31a
Zum Herrn ausersehn, komp. 1947 für Bracha Zefira
17
Aphorismen, für Klavier, 1938-39
32
8 Lieder, Goethe: Chines.-dt Tages- und Jahreszeiten
18
Sonatine, für Klavier
35
Tod und Paradies (Kafka-Tagebuch) 1951, orch. 1952
23
Sonate Nr. 2, für Klavier
ohne op
46 weitere Lieder, 1904-35 (Goethe, George, Heine, eig.)
28
Mittelmeersuite, für Klavier
ohne op
4 Lieder, publ 1927 UE 8762 (Goethe, Flaubert, Schiller, 126. Psalm) - vgl. I 11)     
29
Unsere Toten, für Klavier
 
30
Israelische Bauerntänze, für Klavier + Orchester
Bühnenmusik
33
Klavierquintett
14
Die Höhe des Gefühls, für Klavier, 1917 UA 1918 Dresden
34
Das Volk in seinem Land, Suite für Klavier
15a
Die Fälscher, 1922
 
15b
Königin Esther, für Streichquintett + Klavier, 1918
 
       
TT 1 1955 Tonaufnahmen bei Rundfunkstation: 8 Lieder op. 32, bei NDR 18'30"
  2 1962 Tonaufnahmen bei Rundfunkstation: Tod und Paradies op. 35 (2 Lieder), bei SFB
  3 1968 Max Brod erzählt von der Begegnung mit L.J., Tondokument 6 min, Sammlung Knaus
  4 1971 Tonaufnahmen bei Rundfunkstation: Lieder nach Texten von Heine, 1971, bei WDR
  5 1994 Tod und Paradies op.35, 2 Lieder; 8 Lieder aus Goethes "Chinesisch-Deutschen Jahres- und Tageszeiten" op. 32, Klavierquintett "Elégie dramatique" op. 33 und 4 Lieder nach Heine - Ivan Kusnjer, Bar.; Kateřina Kachlíková, Sopran, František Kůda, Klavier, Stamic-Quartett, Aufnahme: 1+4/1994, SUPRAPHON 11 2188, CD DDD
L     Max Brod über Janáček und seine Werke:
  1 1916 Tschechisches Opernglück, in: Schaubühne Nr. 46, 16.11.1916, auch in: Programmheft "Jenufa" München 1954, Basel 1972 (gekürzt), Bremen 1972 (gekürzt); tschech. Ue in "Lidové noviny", 01.+ 08.12.1916, darüber auch in "Hudebni Revue" X-1916, Dez., S. 154ff
  2   Einige Worte zur Jenufa, in: "Pravda lidu", 26.11.1916
  3 1918 Noch ein Wort zur Jenufa, in: "Der Friede" Band I, 8. März 1918
  4 1919 Der Meister und seine Schule, in: "Prager Abendblatt" 1919, zit. Brod-Str, 269
  5 1921 Über Jenufa - Kleine Chronik, in: "Neue Zürcher Zeitung", 02.05.1921
  6   Über die Uraufführung des Tagebuchs eines Verschollenen, in: "Prager Presse", 21.04.1921, auch in: "Berliner Börsenkurier" 24.04.1921
  7   Übersetzung des Textes zum "Tagebuch eines Verschollenen", in "Prager Presse"
  8   Übersetzung des "Kašpar Rucký" (Frauenchor), in: "Prager Presse" 21.08.1921
  9   Eine musikwissenschaftliche Vorlesung von Leoš Janáček, in: "Prager Abendblatt" 19.10.1921 (> JUE 167; Brod-Br 84; Zd-Br 92)
  10   Rezension der UA "Kát'a Kabanová", in: "Prager Abendblatt" 25.11.1921, auch in: "Prager Presse" und "Berliner Tageblatt", 07.12.1921
  11 1922 Rezension der UA "Kát'a Kabanová", in: "Der Anbruch", Feb. 1922
  12   Gestalten - Leoš Janáček, in: "Der Anbruch", 1922, S. 59
  13   Das verkannte Genie, in: "Berliner Börsenkurier" 24.09.1922, auch in: "Prager Sternenhimmel", S 68-74
  14   Das sinnreiche psychologische Wesen der musikalischen Ideen (Myslná, psychologická podstata hubeních představ) (JW XV 331, datiert 2.V.1917); Brods Übersetzung von Js theoretischem Text, publiziert in "Prager Presse" 1922; original in: Theorie 2, 163-167
  15 1923 Prager Sternenhimmel - Musik- und Theatererlebnisse der Zwanziger Jahre, Verlag Kurt Wolff, Leipzig 1923, darin: Zur Erkenntnis Leoš Janáčeks, S. 17-74, neu aufgelegt im Verlag Paul Zsolnay, Wien+ Hamburg 1966, tschech Ausgabe, EdS Prag 1969
  16   Rezension von Šaldas Oper "Das Kind", in: "Prager Abendblatt" 6.4.1923 mit Analogie zu "Jenufa", zit. in Pečman: Methusalem und Emilia Marty, S. 34
  17   Janáčeks Jenufa, in: Stadt-Blatt der Frankfurter Ztg. 07.12.1923 (EA Jenufa in Frankfurt am 11.12.1923)
  18   Janáček und seine neuen Klavierstücke, in: "Prager Abendblatt" 06.11.1923 - publ. in LJG-Mitt Nr. 60, 1990/3
  19 1924 Leoš Janáčeks Persönlichkeit, in: "Der Anbruch", 1924, S. 237-240, Vorabdruck aus L 19)
  20   Leoš Janáček, Život a dilo (Leben und Werk), HM Prag 1924, tschech, original dt geschrieben, dann ins Tschechische übersetzt von Alfred Fuchs, nachträglich in dt Sprache publiziert (Brod-Br, 149, 159ff): Leoš Janáček, Leben und Werk, UE Wien 1925 (September) (> JUE,216), rev und erweiterte Auflage, UE Wien 1956
  21   Janáčeks "Jenufa" an der Berliner Staatsoper, in: "Prager Tagblatt am 18. März 1924"
  22   Leoš Janáček - 70 Jahre alt, in: "Prager Tagblatt", 03.07.1924 
  23   Die Brünner Premiere des "Schlauen Füchsleins", in: "Vossische Ztg", Berlin 10.11.1924
  24 1925 Das kluge Füchslein, in: "Der Anbruch", Mai 1925, S. 285, Sonderheft
  25 1926 Jenufa-Reminiszenzen, in: "Prager Abendblatt", 27.10.1926 (> Brod-Br, 16)
  26   Die Sache Makropulos, UA Brünn, in: "Prager Abendblatt" (> Susskind, 103)
  27 1927 Janáček, Leoš: Wozu ich mich bekenne (K čemu se přiýnávám), Feuilleton in: Lidové noviny 13.02.1927 (JW XV/290); auch in Lit I, 587-588; dt Ue in Feuill, 41-43; in MdL, 190-192 
  28 1928 Erinnerung an Leoš Janáček, in: "Der Anbruch", Aug/Sept. 1928, S. 233-36
  29 1930 Nachwort zur Übersetzung des "Totenhauses", in: "Prager Abendblatt", 30.7.1930, auch in: Textbuch UE 8234 abgedruckt
  30 1931 Janáček und seine Gegner, in: "Prager Abendblatt", 21.6.1931
  31 1953 Briefwechsel Janáček/Brod (Korespondence L.J. s Maxem Brodem) SNKLHU Prag 1953, 279 Seiten, J.s Briefe tschech, Brods Briefe dt (= Brod-Br)
  32 1954 Erinnerung an Leoš Janáček - Zu seinem 100. Geburtstag, in: "Neue Zürcher Zeitung", Juli 1954
  33   Janáčeks letzte Jahre, in: Musik der Zeit - Tschech Komponisten, Heft 8, hrg. von Heinrich Lindlar, Boosey&Hawkes, Bonn 1954
  34 1960 Streitbares Leben, Autobiografie, Kindler München 1960, Neuauflage Insel Frankfurt 1979 (= Brod-Str)
       
      Literatur zu Brod/Janáček:
  35 1927 Janáček, Leoš: Wozu ich mich bekenne (K čemu se přiznávám), dat 12.02.1927. In: Lidové noviny 13.02.1927; Lit587-588; dt Ue in Feuill, 41-43, und in MdL, 190-192 ; über die Arbeit mit Max Brod (Feuilleton JW XV/290)
  36   Bie, Oskar: Max Brods Lieder. In: "Der Anbruch" 1927-7, S. 306
  37 1953 Briefwechsel Janáček/Brod (Korespondence L.J. s Maxem Brodem) SNKLHU Prag 1953, 279 Seiten, J.s Briefe tschech, Brods Briefe dt (= Brod-Br)
  38 1968 Procházka, Jaroslav: Brods Übersetzung des Librettos der Jenufa und die Korrekturen Franz Kafkas, in: "acta janačkjana I", Brünn 1968, S. 125-130, auch in: LJG-Mat, S. 30-38
  39 1970 Fischmann, Zdenka: Max Brod a hudba (Max Brod und die Musik) in: "Proměny", Bd. 7, Nr. 2, April 1970, S. 26-31 (erwähnt in Newmar, 21)
  40 1978 Hulek, Julius: L.J. u Vladimira Helferta a Maxe Broda (L.J. in Ansichten von Vladimir Helfert und Max Brod), in: Koll78, 329-332, dt Zusammenfassung
  41 1982 Walter Felsenstein: Vier Briefe zum "Schlauen Füchslein", in: LJG-Mat, S. 50-60; 2 Briefe auch in: Felsenstein - Schriften zum Musiktheater, Henschel-Verlag Berlin 1976, S. 323-27; auch in: "Sinn und Form", Berlin 2/1981
  42   Ergänzungen zum Briefwechsel Janáček/Brod und Dokumente zum musikalischen Wirken des Dichter-Komponisten Brod, hrg. von Ernst Hilmar, in: "Festschrift Othmar Wessely zum 60. Geburtstag", Schneider Tutzing 1982, S. 253-264
  43 1984 Briefwechsel mit Hugo von Hofmannsthal, J-Biografie erwähnt im Brief vom 23.9.1925, in: Hofmannsthal-Blätter 30/1984, S. 30
  44   Wessling, Berndt W.: Max Brod - Ein Porträt zum 100. Geburtstag, Bleicher Taschenbuch, Gerlingen 1984, 140 Seiten
  45 1985 Susskind, Charles: Janáček and Brod, mit Vorwort von Charles Mackerras, Illustrationen und Register, 169 Seiten, engl, Yale Univ.-Press, New Haven, London 1985
  46 1988 Janáček, Leoš: Briefe an die Universal Edition. Hrg und kommentiert von Ernst Hilmar. Tutzing 1988, 385 Seiten, (= JUE)
  47 1989 Knaus, Jakob: Js "Schlaues Füchslein" in dt Übersetzung von Max Brod bis Peter Brenner. In. Opernhaus Zürich, Saisonbuch 1989
  48 2003 Ernst, Antony: Durch kleine Ritzen nimmt man Abgründe wahr: an examination of Max Brod's German performing versions of the works of Leoš Janáček. Dissertation, University of Newcastle, Australia, 2003 (> TyrrBio 2, 992)
  49 2003 Botstein, Leon: The Cultural Politics of Language and Music: Max Brod and Leoš Janáček. In: Beckermann, Michael (hrg): Janáček and his world. Princeton and Oxford, 2003, 13-54
  50   Hrdlicka, Teresa: ".... das Möglichste an Sangbarkeit und Sprachgewandtheit" - Neue Erkenntnisse zur Entstehung der deutschen Übersetzung von Janáčeks Oper "Jenůfa" von 1918. In: Oesterreichische Musikzeitschrift 2/2003, S. 18-27, tschech Ue: Vlasta Reittererova, Nekolik poznámek k videnské premiére Jeji pastorkyne roku 1918, in: Hudebni Rozhledy 6/2003, S. 39-41; tschech Ue: Vlasta Reittererova, Nekolik poznámek k videnské premiére Jeji pastorkyne roku 1918, in: Hudebni Rozhledy 6/2003, S. 39-41
  51 2005 Höslinger, Clemens: Die erste Aufführung von Janáčeks Jenůfa an der Wiener Hofoper (1918) und ihre Vorgeschichte. Dokumente aus dem Österreichischen Staatsarchiv; erweiterte, ergänzte und korrigierte Neufassung. In: Schriften zur Wiener Operngeschichte" Wien, Verlag Der Apfel 2005
  52 2006 Šrámková, Barbora: Max Brod und die tschechische Kultur. In: Juden zwischen Deutschen und Tschechen, hrg. von Marek Nekula und Walter Koschmal. R. Oldenbourg Verlag München 2006, S. 249-271, mit Bibliografie
  53   Zimmermann, Hans Dieter: "Distanzliebe" - Max Brod zwischen Deutschen und Tschechen. In: Juden zwischen Deutschen und Tschechen, hrg. von Marek Nekula und Walter Koschmal. R. Oldenbourg Verlag München 2006, S. 233-248, mit Bibliografie
  54 2012 Brod, Max: Janáček und andere. Texte im Prager Tagblatt 1924-1938. Hrg. Robert Schmitt Scheubel, 265 Seiten, conassis.de, Berlin 2012, ISBN 978-3-937416-31-1
       
I     es existiert anscheinend kein gemeinsames Foto Brod mit Janáček!
  1   Foto, in: Brod-Br, 48
  2 1918 Foto (Profil) mit Widmung, 25.05.1918, in: obraz 26 "Meister Janáček in Verehrung - Max Brod"
  3   Foto (frontal) mit Widmung, in: Jiří Ort: LJ - der späte Wilde, 75 "für Meister Janáček - Brod - "
  4   9 Fotos, in Brod-Str, 180
  5   Faks des Briefs vom 28.11.1916 an L.J. in: Brod-Br, 113, auch in: iconogr, 40
  6   Faks der Postkarte vom 10.09.1921 an L.J., in: JUE, 165
  7   Faks einer Seite des KlA zum "Schlauen Füchslein" mit Brods Eintragungen, in: JUE, 239
  8   Faks eines Korrekturvorschlags zur "Sache Makropulos", in: JUE, 299
  9   Faks des Lieds "Alte Uhr", Text Hugo Salus, in: Wessling, 60 (= L 8)
  10   Strichzeichnung von Lucian Bernhard, in: Susskind, 3 (= L 9)
  11   Vier Lieder - Gesang und Klavier, UE 8762, erschienen 1927 - Sammlung Knaus
  12   Foto, Jahr unbekannt, in: Booklet zu "Kát'a Kabánová"-Produktion Dresden 1949, Seite 18, CD PROFIL > Kát'a Kabánová TT 2)
       
       
      Brouček > Die Ausflüge des Herrn Brouček (JW I/6) + (JW I/7)
       
      Bruckner, Anton (04.09.1824 Ansfelden - 11.10.1896 Wien)
      österreichischer Komponist und Organist, der als grosser Improvisator an den grossen Orgeln in Frankreich, in England und in der Schweiz auftrat.
      Merkwürdigerweise erwähnt J den Namen Anton Bruckners mit keinem Wort, auch nicht in den Briefen an seine Freundin Zdenka, die er ihr 1880 aus Wien schrieb. Dort, am Konservatorium nämlich, absolvierte er den Unterricht für Komposition bei Franz Krenn im 2. Stock, Zimmer 7, im gleichen Raum, wo Anton Bruckner, allerdings an anderen Tagen, unterrichtete.
L 1 1985 Krones, Hartmut: Leoš Janáčeks Studienaufenthalt in Wien. In: ZdBr 265
  2   ZdBr, 200
       
      Brüder Mrštík > Mrštík, Gebrüder
       
      Brünn (Brno)
      Stadt in Süd-Mähren, Gebietshauptstadt, ca. 340'000 Einwohner - um 1800 ca 25'000, um 1900 ca 110'000, 1919 durch Eingemeindung ca. 200'000 Einwohner. Heute ist Brünn neben Prag und Bratislava als drittes Kulturzentrum anerkannt, mit Staatlicher Philharmonie und Janáček-Theater. Zur Zeit von J aber wurde sie als Provinzstadt betrachtet. Die Tschechen waren in der Minderheit: Es gab um 1862 eine einzige Zeitung in tschechischer Sprache ("Hlas" = Stimme), erst ab 1880 konnten die Brünner Tschechen auf den Ämtern tschechisch reden und schreiben (vgl. Honolka, 90). Hingegen war schon um 1890 eine gewisse Dominanz des tschechischen Konzertlebens zu beobachten (vgl. MdL, 46). Die Entwicklung von 1860-1930 zeigt John Tyrrell in speziellen Kapiteln seiner Janáček-Biografie differenziert auf > Tyrr-Bio1, 37-43 und Tyrr-Bio2, 363-367
      J kam 1865 als 11-Jähriger nach Brünn, an die Schule am alten Königin-Kloster, und lebte bis zu seinem Tode (1928) in dieser Stadt (MdL, 22-27). Er betätigte sich bald als musikalischer Animator und wurde rasch die zentrale Persönlichkeit im Musikleben der Stadt. als Chordirigent, als Leiter der von ihm gegründeten > Orgelschule, als Musiklehrer an der Lehrerbildungsanstalt (1872-1903), als Musikkritiker und Herausgeber einer Musikzeitschrift. Mit > " Šárka" und > "Anfang eines Romans" wandte er sich ab 1887 auch der Oper zu; die Möglichkeiten in Brünn aber waren zu jener Zeit bescheiden. Brünns Theaterorchester zählte 1892 gerade 24 Musiker, der Chor hatte 18 Mitglieder, im Ganzen waren es 70 Angestellte. Gerade in der Saison 92/93 musste mit einer Spendensammlung eine ernsthafte Krise überwunden werden. Die Brünner Oper musste oft als Wandertheater durch ganz Mähren ziehen. Im Jahre 1908 wurde die Oper "Její pastorkyňa" (> Jenufa) mit stark reduzierter Besetzung ohne Flöten aufgeführt (vgl. Vogel, 335). Der > "Klub der Kunstfreunde" in Brünn hatte die Herausgabe des Klavierauszugs ermöglicht.
      Alle Opern von J, ausser > "Die Ausflüge des Herrn Brouček", erlebten ihre UA in Brünn. Er selbst betrachtete sie als Generalproben für die Aufführungen auf der Bühne des Nationaltheaters in Prag: Sie wissen, dass ich hier zu allen Proben gehen kann; ich sehe die Kostümentwürfe, sehe, wie sie entstehen, kann dieses und jenes bessern. (Vogel, 335)
      Allerdings hatte er bei der "Jenufa" zuerst versucht, die Uraufführung in Prag zu platzieren - vergeblich (vgl L 2 ). Hingegen hatte er schon 1891 sein Ballettspiel mit Liedern, > "Rákoš Rákoczy" (JW I/2) im Prager Nationaltheater uraufführen können, im Rahmen der Jubiläumsausstellung. Dieses Werk aber ist in Prag nie als vollgültiges Bühnenwerk betrachtet worden, was verständlich war. Dennoch war die Zeitspanne bis zur Annahme der "Jenufa" am Nationaltheater unverständlich lang: erst 12 Jahre nach ihrer UA in Brünn kam sie auf die Prager Bühne. 
      In Brünn konzentrierte er sich in den 90er Jahren auf die volkstümliche Kunst: Er sammelte Volkslieder und Tänze, führte eigene Tänze auf > "Walachische Tänze op. 2" (JW VI/4), und dirigierte 1892 ein volkstümliches Konzert mit der Spielmannskapelle aus Velka. In diesen Umkreis gehört auch die folkloristisch angelegte einaktige Oper > Anfang eines Romans (JW I/3), die er 1894 in Brünn uraufführte. In dieser Zeit betätigte er sich auch intensiv als Opernkritiker (L 1).
      Opern-Uraufführungen in Brünn (Überblick):
     
Oper (beendet) Uraufführung Dirigent
Anfang eines Romans (1892) 10.02.1894 Leoš Janáček
Jenufa (1903) 21.01.1904 Cyril Metoděj Hrazdira
Kat'a Kabanová (1921) 23.11.1921 František Neumann
Das schlaue Füchslein (1923) 06.11.1924 František Neumann
Šárka (1887) 11.11.1925 František Neumann
Die Sache Makropulos (1925) 18.12.1927 František Neumann
Aus einem Totenhaus (1928) 21.04.1930 František Neumann
Schicksal (1906) 25.10.1958 František Jílek
       
      Es gibt einige Werke, die auf Brünn und die Brünner Zeit Bezug nehmen. In > "Amarus" (JW III/6) nimmt er Bezug auf die spartanische Zeit an der Altbrünner Klosterschule, in der Klaviersonate (> "Sonate 1.X.1905", JW VIII/19) erinnert er an die Vorgänge bei einer Protestmanifestation für eine tschechische Hochschule in Brünn, im Bläsersextett > "Die Jugend" (JW VII/10) verwendet er den "Marsch der Blaukehlchen" (JW VIII/9), der an die blau-uniformierten Zöglinge im Kloster erinnern soll, und mit der > "Sinfonietta" (JW VI/18) bringt er "seiner Stadt Brünn" eine musikalische Huldigung: Und auf einmal erblickte ich diese Stadt verwandelt, wie durch ein Wunder. Verschwunden war mein Widerwille gegen das düstere Rathaus ... weg war die Abneigung gegen die Strasse und all das, was sich dort zusammendrängte. Der Glanz der Freiheit, der Wiedergeburt des 28. Oktobers 1918 verklärte meine Stadt! Nun blickte ich zu ihr empor, nun gehörte ich ihr. Und das Schmettern der siegreichen Trompeten, die heilige Stille über dem Hohlweg des Königinklosters, die nächtlichen Schatten und der Hauch des grünen Berges, und die Vision des sicheren Aufschwunges und der Grösse dieser Stadt - sie wuchs in meiner Sinfonietta aus dieser Erkenntnis der Welt heraus - aus meiner Stadt Brünn. (Feuilleton "Meine Stadt" JW XV/298), MdL, 30-32, Feuill, 37-39) 
L 1 1971 Štědroň, Bohumir: LJ als Kritiker der Brünner Oper in den Jahren 1890-92, in LJG-Mitt, 1971/72, Nr. 5-8 dt
  2 1974 Němcová, Alena: Die Brünner Premiere von Js "Její pastorkyňa", in LJG-Mat, 7-22
  3 2004 Bártová, Jindřiška a Holá, Monika: Režijní přístupy k operám Leoše Janáčka v Brně (Der Zugang der Regie zu den Opern von LJ), 179 Seiten mit vielen Illustrationen, Brünn 2004 ISBN 80-85429-88-8
  4 2007 Thema con variazioni: Leoš Janáček - korespondence s manželkou Zdeňkou a dcerou Olgou (Leoš Janáček: Korrespondenz mit Gattin Zdenka und Tochter Olga.), hrg von Svatava Přibáňová, Editio Bärenreiter Prag, 468 Seiten, tschech, mit Bibliografie, umfangreichem Kommentar und Register sowie vielen teilweise noch nicht bekannten Illustrationen. Dt Ue siehe L 5)
  5 2009 Leoš Janáček - Thema con variazioni. Briefwechsel mit seiner Frau Zdenka und seiner Tochter Olga. Übersetzt von Pamela Zurkirch, ausgewählt von Jakob Knaus, herausgegeben von der Leoš Janáček-Gesellschaft; 380 Seiten, Bärenreiter Kassel 2009. Diese Briefsammlung vermittelt einen (allerdings etwas fragmentarischen) Einblick in das familiäre Leben der Janáčeks in Brünn, zeigt aber auch die Distanz Janáčeks zur städtischen Gesellschaft, die für ihn zu deutsch-orientiert war.
  6 2012 Zahrádka, Jiří: Theatre must not be comedy for the people. LJ and the National Theatre in Brno; hrg. Moravské zemské muzeum Brno 2012, mit 139 Illu- strationen, 145 Seiten, engl + tschech
       
      Brünn, Beseda
      Philharmonischer Verein, gegründet 1860, ursprünglich als Männergesangverein, dann kam 1876 der Frauenchor hinzu. Erster Dirigent war Pavel > Krížkovský (1860-64), dann folgten A. Javurek (1865-68) und Jan Nesvadba (1868-75). J übernahm die Leitung am 03.02.1876 und blieb bis zum 14.07.1879, bis zum Beginn seines Studienaufenthaltes in Leipzig und Wien. In seiner Abwesenheit vertrat ihn Berthold > Žalud. Nach Js Rückkehr aus Wien im Frühjahr 1880 übernahm J wieder die Leitung, 1882 wurde die Orgelschule gegründet. Žalud kümmerte sich weiterhin um die Unterhaltungsabende. Nach weiteren 6 Jahren gab J die Leitung am 29.04.1888 endgültig ab (nach Vogel, 114 erst am 1.6.) wegen rücksichtsloser und mich erniedrigender Angriffe...(vgl. Brief vom 1.6.1888 an die Beseda, zit. nach Helfert, 247). Auf J folgten Josef Kompit (1889-99) und Rudolf Reissig (1899-1910). Nach der Auseinandersetzung mit der Beseda geriet J in eine "fast totale Isolation" (J. Brabcová), die er erst nach der Jahrhundertwende durchbrechen konnte, dank der Orgelschule und dank dem > Klub der Kunstfreunde. 1923 schrieb J an Kamila Stösslová: In Brünn hassen sie mich, in Prag beneiden sich mich, aber in Bratislava bewundern sie gern. (Brief vom 03.04.1923). Dennoch genügte ihm Brünn allein nicht ganz: Nur in Brünn zu sein, ich wäre auch so ein aus dem Werk herausgenommenes Rädchen. Das fühle ich gut und deshalb verdriesst es mich so oft. (28.06.1918). Aus der "Philharmonischen Gesellschaft der Brünner Beseda" ist dann 1956 die Brünner Philharmonie hervorgegangen.
      1879 war Antonín Dvořák, auf Vorschlag von J, Mitglied der Beseda geworden (vgl. JGA C/1, Männerchöre, Vorwort S.XV)
      Die Brünner Beseda aber ist auch der Name des Kulturvereinshauses. Sie war der Ort, auf den sich Js Klaviersonate > "Sonate 1.X.1905" bezieht: in der Beseda hatten sich die Tschechen zur Gegendemonstration versammelt, um für eine tschechische Universität in Brünn zu votieren. Erst ab 1880 war das Tschechische als zweite Sprache gleichberechtigt neben der deutschen Amtssprache. Damit war es erst möglich geworden, Schulen mit tschechischer Unterrichtssprache zu errichten. J selbst hat seine Schulen deutschsprachig absolviert und auch in deutscher Sprache unterrichtet.
L 1 1890 Janáček, Leoš: Der Philharmonische Verein Brünner Beseda (Filharmonický spolek Beseda brněnska). In: Moravské listy 12.11.1890; (JW XV/102) Lit I, 180-181; dt Ue in: Ste-Krit
  2 1984 Brabcová, Jitka: Zum Konzertleben in Brünn um 1900 und LJ, in: Kongressbericht Brünn 1984, S. 81-86
       
      Brünn, Klub der Kunstfreunde
      Er war am 14.01.1900 gegründet worden, vom Architekten Dušan Jurkovič und dem Baumeister Antonín Tebich, mit drei Sektionen Musik, Literatur und Bildende Kunst. Präsident war František Mareš, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Vereins "Vesna" war. J ist 1904 Mitglied geworden, von 1904-1913 war er Mitglied des Ausschusses und vom 22.02.1909 bis 18.02.1911 Vorsitzender. Abgelöst wurde er vom Arzt František > Veselý, der sich dann tatkräftig für die Aufführung der Oper "Jenufa" in Prag einsetzte.
    1905 09.04., Brünn, "Frühlingsliederabend", dabei wurde Js > "Frühlingslied" (Jarní píseň, JW V/3) aufgeführt
    1906 30.04., Brünn, Konzert mit Werken von Dvořák; J spielte in Dvořáks "Maličkosti" (Bagatellen) das > Harmonium
    1907 05.12., Brünn, Aufführung von Js "Volksnokturnos" (JW IV/32)
    1908 Erste Druckausgabe der Partitur der Oper "Její pastorkyňa" (JW I/4), nach 1918 als > "Jenufa" bekannt. Es war die 2. Fassung, die später nicht verwendet wurde. Erst in neuester Zeit kommt sie wieder zu Ehren, durch die neue Edition des Klavierauszugs (1993) durch Charles Mackerras und John Tyrrell UE 30 145, die "Brünner Fassung".
    1912 In Brünn schreibt J einen Kompositionswettbewerb aus
    1913 Erste Druckausgabe der Klavierstücke > "Im Nebel" (JW VIII/22)
    1915 Erste Druckausgabe der P von > "Des Spielmanns Kind" (JW VI/14)
L   1958 Vogel 225ff
      Auf Antrag von J wurde > Jan Kunc aus dem Klub ausgeschlossen, weil dieser die Idee Js, Mozart-Spieler in Kostümen der Mozart-Zeit auftreten zu lassen, als "Mummenschanz" bezeichnet hatte (Vogel 226)
       
      Brünn, Konservatorium
      Das Konservatorium ging erst bei der Schaffung des demokratischen Staates (Oktober 1919) aus der Orgelschule hervor. Nach den Jahren, in denen J in der Brünner Szene den Ton angab (1880-1895), kam die Zeit von Vítězslav Novák, der bis etwa 1910 das mährische Musikleben beherrschte. Später geriet J auch in Konkurrenz zu seinen eigenen Schülern, etwa zu > Jan Kunc, der dann 1923 zum Direktor des 1919 gegründeten staatlichen Konservatoriums ernannt wurde. Damit wurde er dem langjährigen Direktor und Gründer der Brünner Orgelschule vorgezogen. J wird dann zum Professor am Konservatorium Prag, Zweigstelle Brünn, ernannt.
      J hatte im November 1918 sein Gesuch zur Gründung des Konservatoriums Brünn in Prag eingereicht und war dann zum neuen Leiter eines privaten Konservatoriums ernannt worden; am 07.10.1919 hielt er auch die Eröffnungs-Rede, in welcher er zum Sammeln von Material für ein musikalisches Wörterbuch der lebenden tschechischen Sprache aufrief (MdL, 121-124), dann aber wurde die neue Institution verstaatlicht. J hatte eine Reihe von Gegnern, welche ihm mangelnde Offenheit vorwarfen oder die seine ästhetischen und musikpsychologischen Ansichten belächelten. Er ist ein volkstümlicher Klugscheisser, hatte Josef Bartoš, Kritiker bei der "Prager Presse" noch 1923 geschrieben. 
L 1   LJG-Mat 71
       
      Brünn, Orgelschule
      Von J gegründete und vom 07.12.1881 - 31.08.1919 geleitete Musikschule, die dann dem neue staatliche Konservatorium einverleibt wurde. J selbst bereitete die Gründung eines Konservatoriums vor: Die Idee der Brünner Orgelschule ist meine Idee, die ich wirklich seit den ersten Jahren selbständigen Denkens nachhänge. Ich reiste schon zu meinen Prager Studien mit dieser Idee und in ihrer Verwirklichung finde ich eins von den grössten Werken. (Brief vom 29.11.1879 an Zdenka, Zd-Br 108). Und viel später schrieb er: Die Musikanstalt, in welcher ich meine musikalischen Prinzipien übermittelte - die Orgelschule - soll in den Besitz des Landes übergehen. Ich habe die Lasten und Sorgen dieser Anstalt 36 Jahre lang getragen und möchte dies gern aus dem Sinn haben, um mich ungestört der Komposition widmen zu können. (Brief an Jan Herben, 16.11.1918, BE 150). In seiner Autobiografie nennt er auch alle Mitbegründer: Von Helmholtzens Studien über die Tonempfindungen bestärkt, verteidigte ich meine harmonischen Erkenntnisse an der mit Hilfe Dr. Illners, E. Schulzens, F. Zeiberts, J. Chmelíčeks gegründeten Orgelschule. (MdL, 35)
      Im September 1882 ist sie, vorerst in den Räumen des Lehrerseminars, eröffnet worden. Nur anfänglich war sie Orgelschule, später kamen weitere Bereiche hinzu wie die Sänger- und die Geigenschule. Im Jahre 1907 konnte sie ein neues Haus beziehen, an der Giskrova-Strasse, heute Kounicova.
L 1 1955 BE, 33-42
  2 2006 Tyrr-Bio 244-257
       
      Brünner Philharmonie
      Gegründet im Januar 1956; erster Dirigent war der J-Schüler Břetislav > Bakala, dann folgten Jaroslav > Vogel (der J-Biograf), dann Jiří > Waldhans, František > Jílek und Petr Vronský. Schwerpunkte des Repertoires sind Smetana, Dvořák, Janáček und Martinů. Vorläuferin war die "Philharmonische Gesellschaft der Brünner Beseda" 
       
      Lexikon-Artikel in Arbeit
       
      Budem tady stat > Wir stehen hier (JW VIII/25)
      Budiček > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 24)
      Bud' sláva Bohu > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 8)
       
      Bulwer-Litton, Edward George (25.05.1803 London - 18.01.1873 Torquay)
      Englischer Romanschriftsteller, Verfasser der "Letzten Tage von Pompeji"; Richard Wagner verwendete Bulwers "Rienzi"-Roman (1835) für eine seiner Opern (1838-1840)
      J las bei seinem Leipziger Aufenthalt Bulwers "Seltsame Geschichte" und schrieb darüber seiner Freundin Zdenka nach Brünn: Viel davon zu lesen kann ich nicht, es greift mich zu viel an; aber interessant ist es. (18.01.1880, ZdBr,139). Er bezeugt ihr gegenüber, dass er mit Leib und Seele lese und sich deshalb so aufrege (ZdBr, 149).
      Bei Bulwer fühlte er sich in seiner Reserviertheit gegenüber seinen Brünner "Freunden" bestätigt: Verschwindet man auf 10 Minuten von seinem Platz in der Welt, so findet man ihn darauf schon besetzt, das sagt Bulwer u. darum ist mir nicht einer von diesen anderen Bekanntschaften angewachsen. (ZdBr, 163).
       
      Burden, A > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 21)
       
      Bürgermeister Smolík (Starosta Smolík) ['starosta 'smoliigg] (Mayor Smolík) (JW XV/245)
      Feuilleton mit Erinnerungen an eine Begegnung im Jahre 1901, mit einer Betrachtung über den Kontrapunkt in Volksliedern; der Bürgermeister von Hukvaldy selber "war schriftkundig und Musikant". Deshalb hat J drei Lieder, die mit ihm in Zusammenhang stehen, vollständig, dh. mit Noten und Text, skizziert: 1) Radujte se všichni 2) Sklenovské pomezí 3) Pod'te, Pod'te děvčatka.
W     Stolové společnosti x + y = 0 (der Tischgesellschaft x + y = 0) - diese Widmung galt einer Stammrunde, die sich in den Ferien in Hukvaldy zu treffen pflegte. Dazu gehörten Js Gattin Zdenka und die Tochter Olga, der Braumeister Josef Jung, Marie Jung, Frau Jandová, Frau Rakovičová sowie Beamte und Jäger vom Schloss Hukvaldy (diese Informationen aus MdL, 212)
L 1 1923 Bürgermeister Smolik. In: Lidové noviny 18.03.1923; Lit 1, 518-523; dt Ue in Feuill, 10-18; in MdL, 146-152 (JW XV/245)
       
      Burghauser, Jarmil (21.10.1921 Písek - 19.02.1997 Prag)
      tschech Komponist, Chorleiter, Dirigent und Musikologe; er verfasste das fundamentale Werk für Dvořák, den "Thematischen Katalog der Werke von Antonín Dvořák", Prag 1960, 2. Ausgabe Prag 1997, dt Ausgabe Bärenreiter EdS 1996. Schon früh setzte er sich auch für Janáček ein, vor allem als Dirigent, Chorleiter und Bearbeiter. Er war auch wesentlich an der der > Kritischen Gesamtausgabe der Werke von Leoš Janáček beteiligt. Seine Bearbeitung des nicht vollendeten > "Klaviertrios" "aus Anlass von Tolstojs Kreutzersonate" aus dem Jahre 1908 hat er unter dem Pseudonym Michal Hajku vorgenommen. Ausserdem hat er > "Schluck und Jau" (JW IX/11) aufführungsreif eingerichtet.
ED 1 1978 Auf verwachsenem Pfade, Reihe I und Nr. 1+2 der Reihe II, für Streichquartett eingerichtet von Jarmil Burghauser, EdS 1978
TT 1 1955 Capriccio, Dirigent: Jarmil Burghauser; Otakar Hollmann, Klavier + Ens. SUP LP m
  2 1962 Concertino, Dirigent: Jarmil Burghauser; Josef Páleníček, Klavier + Ens., SUP LP st
  3 1994 Trio für Vl, Vc und Klavier "Kreutzersonate" '1908), rekonstruiert nach dem Streichquartett Nr. 1 von 1923 von Michal Hajku (Pseudonym für Jarmil Burghauser) INTERCORD CD, TACET CD publ 1999
L 1 1979 Burghauser, Jarmil + Milan Šolc: Die Hauptgrundsätze für die Kritische Gesamtausgabe der Werke von Leoš Janáček (kompositorischer Teil), in: Editionsprogramm, EdS Prag und Bärenreiter Kassel 1979
  2 1988 Burghauser, Jarmil: The principles of the Janáček Critical Edition, in: Janáček and Czech Music - Proceedings of The International Conference, St. Louis, 1988, S. 217-220)
       
      Byl'a jedna sirá vdova > Lieder aus Detva (JW V/11, Nr. 6)
       
      Byron, George Gordon (22.01.1788 London - 19.04.1824 Missolunghi, Griechenland)
      (Lord Byron), engl. Dichter. vertonte ein "Ave Maria" aus der Versdichtung "Don Juan" von Lord Byron > " Ave Maria (I)" Chor für Männerstimmen, um 1883 (JW IV/16)
       
      By the Danube, at Pressburg > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 44)
      Bystrá voda vyłeła > Lieder aus Detva (JW V/11, Nr. 6)
       
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